Prozess wegen schweren Raubes
18 Monate für Überfall auf Rentnerin

Burgsteinfurt -

Das Jugendschöffengericht in Rheine hat am Dienstag einen 16-jährigen und eine 19-jährige Burgsteinfurterin zu 18 Monaten Freiheitsstrafe, ausgesetzt zur Bewährung, verurteilt. Bei waren angeklagt, weil sie Ende Januar vor einem K+K-Markt eine 78-jährige Rentnerin überfallen haben sollten.

Montag, 22.07.2013, 16:39 Uhr

Wegen schweren Raubes hat das Jugendschöffengericht Rheine gestern einen 16-Jährigen und eine 19-Jährige aus Burgsteinfurt zu 18 Monaten Freiheitsstraße, ausgesetzt zur Bewährung, verurteilt. Außerdem müssen die beiden 150 Sozialstunden leisten und eine Psychotherapie beginnen, die von der Jugendgerichtshilfe empfohlen worden war. Beide Angeklagten stehen unter Betreuung.

Die beiden jungen Leute standen vor dem Kadi, weil sie am 28. Januar dieses Jahres eine Rentnerin aus Steinfurt an helllichtem Tag auf dem K+K-Parkplatz überfallen haben sollen. Ein Täter soll der 78-Jährigen mit einem vorgehaltenen Messer gedroht und Geld verlangt haben. Die Frau sei dabei zu Fall gekommen. Dabei sei die Einkauftüte gerissen. Die Räuber hätten daraufhin ihre Handtasche gegriffen und seien geflüchtet.

Während der 16-Jährige die Tat sofort einräumte, behauptete die 19-Jährige: „Nach einem Schaufensterbummel merkte er, dass ich ein Messer hatte und wollte es sehen. Plötzlich lief er los, mit dem Messer zu einer Frau.“ Sie sei ihm gefolgt, weshalb die Rentnerin in ihr auch eine Mittäterin gesehen hatte. Dabei habe die 19-Jährige nur helfen wollen und sich erst später gedacht: „Warum habe ich das nicht gemacht?“ Die Darstellung klang allerdings aufgrund von zahlreichen Widersprüchen unglaubwürdig.

Der 16-Jährige berichtete, dass die beiden schon vorher über einen Überfall gesprochen hatten. Sie hätte ihm das Messer gegeben. „Aber sie hatte auch eins“, behauptete er. Die Angeklagte sagte, dass sie seit einem Überfall nach einer Fete immer ein Messer zur Verteidigung mitnehmen würde.

Der Richter hielt ein Küchenmesser mittlerer Größe hoch, von dem sie sagte, es immer in der Hosentasche zu haben. „Das ist Quatsch, kein Mensch trägt so ein Messer in der Hosentasche“, konterte die Staatsanwältin.

Bei dem Stadtbummel hätten sie in Steinfurt eine Playstation gesehen, die der 16-Jährige haben wollte. Gemeinsam, so sagte er, hätten sie die Rentnerin als Opfer auserkoren. Er habe ihr das Messer vorgehalten. Seine Komplizin sei dabei gewesen. Beide hätten Tücher über die Nase gezogen, um sich unkenntlich zu machen.

Die Rentnerin schilderte das Geschehen so: „Beide haben mich eingekreist. Ich dachte erst, dass es zwei Männer wären. Ich habe einen großen Schreck bekommen“. Seitdem traue sie sich kaum noch auf die Straße: „Ich habe Angst, immer Angst“.

Später hätten sich die beiden jungen Leute schriftlich bei ihr entschuldigt und ihr angeboten, ihren Rasen zu mähen. Darauf hätte sie aber verzichtet. Auch im Gerichtssaal entschuldigten sich die beiden noch einmal. Sie sagte zu dem 16-Jährigen: „Ich könnte deine Großmutter sein. Was habt ihr Euch dabei gedacht?“ Eindringlich hielt sie ihnen ihren Gemütszustand seit dem Überfall vor Augen.

Allerdings waren die Räuber leer ausgegangen, denn die Rentnerin hatte ihr Portemonnaie in der Jackentasche verstaut. Ihre Handtasche habe sie nicht zurückbekommen.

Mit seinem Urteil ist der Richter deutlich über den Antrag der Staatsanwaltschaft und der Empfehlung der Jugendgerichtshilfe hinausgegangen.

Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/1802622?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F186%2F1785745%2F1880010%2F
Jetzt stinkt der lila See auch noch
Mal wieder lila: die Promenaden-Gräfte an der Kleimannstraße im Kreuzviertel.
Nachrichten-Ticker