18-Jähriger vor dem Amtsgericht
Aus Geldnot vom Schüler zum Autoknacker

Borghorst/Rheine -

Wegen gewerbsmäßigen Diebstahls im Rahmen einer Serie von acht Autoaufbrüchen in Borghorst zwischen November und Februar verurteilte das Jugendschöffengericht in Rheine gestern einen 18-jährigen Borghorster zu zwei Freizeitarresten, 60 Sozialstunden, Drogentests – und das alles mit der Auflage des regelmäßigen Schulbesuches.

Mittwoch, 21.08.2013, 15:08 Uhr

„Wir haben den Eindruck, dass Sie in der Zeit abgestürzt sind und hoffen, dass das nur eine Phase war“, sagte der Richter in der Urteilsbegründung. Eindringlich hielt er dem Angeklagten vor, künftig keine Drogen mehr zu nehmen, „denn das ist strafbar und führt ins Gefängnis“, fügte er hinzu. Vorläufig soll er engmaschig überwacht werden. „In drei Monaten machen Sie den ersten Drogentest . Wenn der positiv ist, gehen Sie für zwei Wochen in Dauerarrest. Dieses ist die letzte Verwarnung, beim nächsten Mal müssen Sie damit rechnen, in den Knast zu gehen“, mahnte der Richter. Auch Fehlzeiten in der Schule darf der junge Mann sich nicht erlauben. Was er auch versprach. Er nahm das Urteil an.

Im schon genannten Zeitraum schlug er in der Nacht zum 11. November 2012 auf der Marienthalstraße die hintere Scheibe eines Toyotas ein und entwendete Papiere sowie einen Schlüssel. Zwei Tage später agierte er genauso auf der Kettelerstraße, wo er ein Portemonnaie mit 50 Euro und EC-Karte gestohlen haben soll. „Es waren nur 20 Euro“, sagte der Angeklagte, räumte die Tat aber ein. Weiter ging es auf dem Veltruper Kirchweg, der Raiffeisenstraße und mehrfach auf der Schorlemer Straße. Die Beute war in den meisten Fällen gering.

„Warum das alles?“, wollte der Richter wissen. „Ich bin zu Hause rausgeflogen, nachdem ich meine Lehre abgebrochen hatte und wusste nicht, wovon ich leben sollte“. Damals habe er getrunken und jeden Tag gekifft. Unterkunft fand er im Obdachlosenheim. Heute wohnt er wieder bei der Mutter in Borghorst . Der Jugendgerichtshelfer bestätigte die schwierige Phase, „in der er regelrecht abgestürzt ist“.

Auf die Frage nach dem jetzigen Drogenkonsum, räumte der Angeklagte ein: „Nur gelegentlich, wenn ich nicht schlafen kann“. „Ab sofort nichts mehr, wenn Sie nicht schlafen können, gehen Sie zum Arzt“, hielt der Richter entgegen.

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