Tagung zu lokalen Pastoralplänen
Pfarreien klären ihre Sendung

Steinfurt -

Haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter aus 20 Pfarrgemeinden im Kreisdekanat Steinfurt haben sich während einer Tagung getroffen, um sich über lokale Pastoralpläne auszutauschen. Sie sollen die seelsorgerischen Herausforderungen vor Ort benennen und Strategien entwickeln, wie die Arbeit in den katholischen Gemeinden zukünftig gestaltet werden kann.

Sonntag, 18.08.2013, 13:08 Uhr

Sie haben gemalt, Lieder gehört, gebetet – vor allem aber diskutiert und sich ausgetauscht: So haben sich 60 Ehren- und Hauptamtliche aus 20 katholischen Pfarrgemeinden im Kreisdekanat Steinfurt mit der Entwicklung lokaler Pastoralpläne beschäftigt.

Die neue Satzung für die Pfarreiräte, die im November in allen Gemeinden des Bistums gewählt werden sollen, sieht vor, dass jede Pfarrei einen lokalen Pastoralplan erarbeitet. Dieser soll die seelsorgerischen Herausforderungen vor Ort benennen und Strategien dafür entwickeln.

Was sich dahinter verbirgt und wie man vorgehen kann, diese Fragen standen im Mittelpunkt der Tagung. Sie wurde sie von Kreisdekanatsgeschäftsführer Matthias Kaiser sowie von Ursel Schwanekamp, Oliver Lücke, Martin Merkens und Frank Nienhaus von der Fachstelle Gemeindeberatung geleitetet. Sie hatten ein komplexes Thema zu vermitteln – umso wichtiger war der Einstieg, den Kreisdechant Martin Dördelmann und Frank Nienhaus als „Herr Koslowski“ und „Frau Heinrichmann“ humorig gestalteten. Danach ging es zur Sache.

Ursel Schwanekamp benannte zunächst die wichtigsten Fakten rund um lokale Pastoralpläne. „Dieser Plan soll nicht nach Planwirtschaft klingen, sondern nach planerischer Kreativität“, betonte sie. „Freiflächen“ sollten genutzt werden. Und: „Ziel ist, dass es für alle Pfarreien zur guten Gewohntheit wird, auch im Abstand einiger Jahre den Plan immer wieder zu überprüfen.“ Das begründete Frank Nienhaus: „Ein Pastoralplan ist immer auch eine Chance, zu erkennen und sich einzugestehen, was nicht mehr funktioniert.“

Im Anschluss setzten sich die Teilnehmer in Kleingruppen auseinander. Da wurde zum Beispiel anhand der biblischen Geschichte von der Fußwaschung diskutiert, wie eine dienende Kirche sich in der Pfarrei ausdrücken kann. In einer anderen Gruppe wurden Ideen von einer zum Glauben einladenden Pfarrei skizziert.

Ein Beispiel aus der Praxis stellten drei Pfarreien aus Rheine vor, die – als Vorbereitung ihrer Fusion 2014 – auf dem Weg zu einem Pastoralkonzept schon weit fortgeschritten sind. „Wir empfehlen, so einen Prozess immer reflektiert und begleitet von Fachleuten umzusetzen“, gab Pfarrer Meinolf Winzeler einen konkreten Rat.

Während der Tagung stellte sich schnell heraus, dass den Teilnehmern vor allem daran gelegen war, genau solche konkreten Anregungen zu bekommen. Die Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Vor allem in den vier nachmittäglichen Workshops wurden Starthilfen für die Entwicklung eines Pastoralplanes, pfarreiübergreifender Erfahrungsaustausch, die Bildung von Netzwerken und Informationen über die neue Satzung und Wahlordnung thematisiert.

Am Ende haben die Veranstalter viele positiven Rückmeldungen bekommen. Diese gestaltete erneut Kreisdechant Dördelmann, allerdings nicht mehr als „Herr Koslowski“, sondern mit einer Meditation, die den Schlusspunkt setzte.

Der Studientag bildete die erste von sieben Veranstaltungen zum Pastoralplan im nordrhein-westfälischen Teil des Bistums Münster.

»Ein Pastoralplan ist immer auch eine Chance, zu erkennen, was nicht mehr funktioniert«

Frank Nienhaus

»Wir empfehlen, so einen Prozess immer reflektiert und begleitet von Fachleuten umzusetzen.«

Meinolf Winzeler
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