Daniel Schulte wird Kreisarchivar im Bergischen Land
Ein paar Baustellen bleiben

Burgsteinfurt -

Daniel Schulte verlässt Steinfurt am 1. November. Dann wird der 34-jährige die Leitung des Archivs des Rheinisch-Bergischen Kreises in Bergisch Gladbach übernehmen. Eineinhalb Jahre war Schulte Stadtarchivar in Steinfurt.

Mittwoch, 11.09.2013, 18:09 Uhr

Seine Wohnung in Münster hat er schon gekündigt, eine neue Bleibe in Bergisch Gladbach aber noch nicht gefunden. Genau dorthin zieht es Daniel Schulte , der in der 100 000-Einwohner-Stadt östlich von Köln am 1. November die Leitung des Archivs des Rheinisch-Bergischen Kreises übernehmen und damit das Steinfurter Stadtarchiv nach nur eineinhalb Jahren verlassen wird.

Es hat nichts mit seiner Arbeit in der Verwaltung, den Menschen oder mit sonst irgendetwas zu tun, schilderte der Diplom-Archivar gestern seine Beweggründe, warum er Steinfurt den Rücken kehren wird. Vielmehr bietet ihm die neue Position im Bergischen Land die Chance, die Karriereleiter weiter nach oben zu klettern und damit auch eine höhere Besoldung zu erzielen, begründet der 34-jährige Beamte den Stellenwechsel- und Ortswechsel: „Ich bin jetzt noch in einem Alter, in dem das ohne Schwierigkeiten funktioniert.“

Viele praktische Erfahrungen habe er in Steinfurt sammeln können. Schulte ist dafür seinen Kollegen in der Stadtverwaltung und allen dankbar, die er kennenlernen und mit denen er zusammenarbeiten durfte. Diese Steinfurter Zeit werde er ganz bestimmt in positiver Erinnerung behalten. „Man hat mir viele Freiheiten gelassen. Ich bin aber auch angeeckt. Aber wenn man etwas bewegen will, muss man auch etwas riskieren“, blickt Schulte auf seine Tätigkeit im ehemaligen Behördenhaus vis-à-vis der Hohen Schule zurück. Er ist überzeugt, dass er die Arbeit dort in eine richtige Richtung gebracht hat.

Neben seinen Kernaufgaben habe er sich bemüht, die Öffentlichkeitsarbeit der Einrichtung mit dem Ziel voranzutreiben, den Menschen die Bedeutung des Archivs für die Aufarbeitung lokaler Geschichte und für die Entwicklung lokaler Identität immer wieder vor Augen zu halten. Besonders die historische Bildungsarbeit habe ihm dabei am Herzen gelegen. Kaum eine andere Stadt dieser Größenordnung könne auf Archivgüter bis ins 14 Jahrhundert zurückgreifen und lokale Geschichte so unmittelbar erlebbar machen. „Das hat unter anderem die Arbeit hier so reizvoll gemacht“, sagt Schulte.

Natürlich, so räumt Schulte ein, bleiben einige Baustellen zurück. Um die Arbeit bewältigen zu können, sei (und das haben auch schon Schultes Vorgänger kritisch angemerkt) einfach mehr Personal notwendig. Insbesondere im Hinblick darauf, dass aufgrund baulicher Mängel immer mehr wertvolle Quellen für immer zerstört werden, bestehe dringender Handlungsbedarf, die Bestände zu retten. Auch wenn Schulte weiß, dass sich insbesondere der Heimatverein vehement gegen einen Umzug des Archivs in die Nikomedesschule nach Borghorst wehrt, so hält er es aus fachlicher Sicht für unumgänglich, dass etwas gegen den Verfall unternommen wird. Schulte: „Je länger man wartet, desto größer werden die Schaden und Kosten.“ Die Hohe Schule und die Schule am Bagno seien als Archiv-Standorte geprüft aber als ungeeignet eingestuft worden, fügte Schulte an. Er werde sich in den verbleibenden Zeit in Steinfurt noch daran beteiligen, den Umzug vorzubereiten. Eine Entscheidung, was mit dem Archiv geschieht, wird die Politik voraussichtlich im Herbst treffen.

In etwa fünf Wochen wird der 34-Jährige nun also seinen Arbeitsplatz verlassen. Und während er während seines Resturlaubes noch eine neue Wohnung in Bergisch Gladbach sucht, muss die Stadt die Nachfolge von Daniel Schulte regeln. Die Stellenausschreibung wird gerade vorbereitet.

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Mit dem Weggang von Schulte werden die Öffnungszeiten des Archivs ab 21. Oktober wieder kürzer werden: dienstags von 8.30 bis 12.30 und von 14 bis 16 Uhr, freitags von 8.30 bis 12.30 Uhr. Die Öffnungszeiten mittwoch- und freitagvormittags sowie mittwochnachmittags werden entfallen.

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»Wenn man etwas bewegen will, muss man auch etwas riskieren«

Daniel Schulte

»Je länger man wartet, desto größer werden die Schäden und Kosten.«

Daniel Schulte
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