Lebendige Kultur in Steinfurt
Hunderte Interessierte besuchen den 1. Steinfurter Kunst- und Kulturmarkt / „Geht nicht, gibt‘s nicht!“

Burgsteinfurt -

Zwischen Mensch und Schaf gibt es eine enge über Jahrhunderte gewachsene Beziehung. Das Schaf ist ein Wesen, das Wolle liefert, die Weiden begrast und das dem Menschen nicht nur am Tag, sondern auch in der Nacht über den Weg laufen kann. Hin -und wieder ist es sogar hilfreich, wenn man es zu später Stunde über Hindernisse springen sieht und beginnt, die Herde dabei zu zählen. Wie auch immer. Bislang hatte man angenommen, dass eben diese Paarhufer phänotypisch eher weiß sind. Der 1. Kunst- und Kulturmarkt der Stadt Steinfurt hat nun begonnen, mit diesem haltlosen Vorurteil aufzuräumen und gleich mehrere Dutzend Blauschafe vor dem Schloss in Burgsteinfurt postiert.

Sonntag, 08.09.2013, 20:09 Uhr

„Wir sind natürlich glücklich, dass die Künstler uns diese Schafe für diesen besonderen Tag zur Verfügung gestellt haben“, sagte Dr. Barbara Herrmann vom Kulturforum Steinfurt . Zwar wurde die Herde zahlenmäßig aufgrund der Witterungsverhältnisse etwas ausgedünnt, dafür machten Rainer Bonk und Bertamaria Reetz , sozusagen die beiden Eltern der Schafe, dem Kunstverein ein besonderes Geschenk: sie stellten 100 Miniaturen ihrer Schafe zur Verfügung, deren Verkaufserlös beim Kunstverein verbleiben darf.

Sie hatten einiges auf die Beine gestellt, der Kunstverein Steinfurt, das Kulturforum Steinfurt und die Steinfurter Touristik. Im wunderbaren Ambiente des Schlosses wurden Körbe geflochten, es wurde geschmiedet, gehämmert, gemeißelt, geschliffen und gehobelt. Über 70 Kunst- und Kulturschaffende zeigten sich im und ums Schloss herum, und es machte den Eindruck, als würden auch sie es genießen, ihr Handwerk vorzuführen. „Gibt es denn etwas schöneres?“, fragte Reinhold Bühner, der an seinen Steinskulpturen arbeitete. „Man macht es, weil man etwas mit seinen Händen schafft und abends das Gefühl hat, wirklich etwas getan zu haben.“

Allenthalben wurde über Kunst - und über Handwerk gefachsimpelt und überall sah man Menschen mit Kulturschaffenden ins Gespräch vertieft. Und zwischendrin fand man, obwohl sie seit 5.30 Uhr vor Ort war, eine immerwache und glückliche Regina Hemker-Möllering. „Wir sind unglaublich zufrieden. Mit der Unterstützung des Fürstenhauses und der vielen Helfer haben wir eine tolle Veranstaltung auf die Beine gestellt“, sagte die Vorstandsvorsitzende des Kunstvereins. Beeindruckt von der positiven Energie der 61-Jährigen zeigte sich auch Dr. Herrmann: „Als wir morgens überlegten, ob das Ganze überhaupt stattfinden kann, sagte sie: ‚Geht nicht, gibt‘s nicht‘. Damit hatte sich das Thema erledigt.“

Musikalische Untermalung gab es nachmittags durch die Preisträgerin des Jugend-Musiziert-Wettbewerbes, Marie Teigeler, die sowohl eigene als auch Cover-Songs spielte. Und durch das Abendkonzert der Rheinenser Gruppe „Strauhspier“.

Ein langer und atmosphärisch dichter Tag, für alle Beteiligten – anzunehmen, dass gestern Künstler und Veranstalter – auch ohne Schafe zählen – gut schlafen konnten.

Wir sind unglaublich zufrieden. Mit der Unterstützung der Helfer und des Fürstenhauses haben wir eine tolle Veranstaltung hinbekommen.

Regina Hemker-Möllering

Geht nicht – gibt‘s nicht.

Regina Hemker-Möllering
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