„Kunst in der Region“ eröffnet
Im Dialog mit Raum und Geschichte

Gravenhorst/Kreis Steinfurt -

Zeitgenössische Kunst von 22 Künstlern ist noch bis zum 17. November in der Ausstellung „Kunst in der Region“ im Kunsthaus Kloster Gravenhorst zu sehen. Am Sonntag wurde sie eröffnet.

Sonntag, 13.10.2013, 16:10 Uhr

Soldaten, die Panzerfaust im Anschlag, stürmen den Remter und arbeiten sich Stück für Stück durch die Hügel einer psychedelisch-bunten Landschaft aus Wolle – ein Bild wie in Strickgewittern. „Goldcountry I-IV“ hat Nicole Schulze ihre vierteilige Mixed-Media-Arbeit zum Thema Krieg genannt, die Teil der Ausstellung „Kunst in der Region“ ist. Die 26. Auflage dieser kreisweit wohl bedeutendsten Schau zeitgenössischer Kunst wurde gestern im Kunstkloster Gravenhorst eröffnet.

Während Schulzes „Goldcountry“ den Remter beherrscht, ist Christoph Peter Seidels 30 m² große, abstrakte Bodeninstallation „Grün + Weiß“ der Blickfang im Westflügel. An der Stirnseite nehmen fünf Gemälde von Hendrik Spiess den Betrachter gefangen. Es geht um Verlust, Geister – und wieder Krieg. „The fox and the wolf“ ist ein besonders beklemmend wirkendes Bild betitelt.

Das sind nur drei Beispiele für eine „Kunst in der Region“-Schau, die dieses Mal besonders abwechslungsreich daher kommt und doch einen inneren Zusammenhalt hat. Denn ein Kriterium, nach dem die Jury (Melanie Bono, LWL-Museum für Kunst und Kultur, Münster; Prof. Andreas Köpnick, Kunstakademie Münster ; Georg Elben, Skulpturenmuseum Glaskasten Marl ) aus über 80 Bewerbungen schließlich die Werke von 13 Künstlerinnen und neun Künstlern aus gewählt hat, sei der Aspekt gewesen, dass sie „als Ausstellung gut funktionieren“ sollten, meinte Juror Elben bei seiner Eröffnungsansprache.

Statt möglichst viele Bilder unterzubringen, habe man sich lieber auf weniger konzentriert, dabei aber wie bei Spiess auch Gruppen gewählt, in denen sich die Bilder gegenseitig kommentieren. Die Räume in Gravenhorst seien ja das Gegenteil dessen, was man normalerweise mit einem Museum verbinde, nämlich, möglichst neutraler Hintergrund für die Kunstwerke zu sein. Hier aber funktioniere die Kunst nur im Dialog untereinander, mit dem Raum und mit der Geschichte.

Dass Kunst auch mit Musik und Klang harmoniert, daran erinnerte Bernhard Hembrock, der als stellv. Landrat vor über 100 Gästen die Ausstellung eröffnete.

► Wie genau, dass erfahren Besucher am 9. November um 19 Uhr wenn das deutsch-italienische Quartett „Banda unica“ in den Ausstellungsräumen auftritt.

► Doch nicht nur wegen „Kunst in der Region“ lohnt derzeit ein Besuch des Kunstklosters. Im Zweiten Obergeschoss sind derzeit auch die Abschlusspräsentationen der Projektstipendiaten Kunst-Kommunikation zu sehen.

► Wie versprochen lüftete Hembrock auch das Geheimnis um die vier neuen Projektstipendiaten. Es sind Bettina Bürkle und Klaus Illi mit dem Projekt „Wolkenatem“; Alexander Edisherov und Katerina Kuznetcowa mit „Ich gehe eine Straße entlang“; Oliver Gather mit „Selbst“ sowie Dirk Sorge und Jovana Komnenic mit „Die Auflösung des Sehens“. Ihre Projekt-Skizzen und weitere, nicht ausgewählte Projekte, sind im im Ersten Obergeschoss ausgestellt.

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