Prozess vor dem Jugendschöffengericht
Ein Tresor, der durchs Fenster fliegt

Steinfurt/Rheine -

Wegen Diebstahls eines Tresors mit 500 Euro Bargeld auf der Wettringer Straße am 12. Oktober 2012 mussten sich gestern zwei Angeklagte aus Steinfurt vor dem Jugendschöffengericht in Rheine verantworten. Am Ende wurde der Prozess gegen den 22-Jährigen eingestellt, weil ihm kein direkter Tatbeitrag nachgewiesen werden konnte.

Montag, 14.10.2013, 18:10 Uhr

Bei dem Tresor handelte es sich um das Eigentum seines Ziehvaters, der ihn uneigennützig unterstützt hatte. Für ihn hätte bei Nachweis der Tat seine Freiheit auf dem Spiel gestanden, denn er war 2011 in Rheine wegen Raubes zu zwei Jahren mit Bewährung verurteilt worden. „Deswegen habe ich auch nicht mitgemacht“, sagte er vor Gericht, was ein Zeuge später bestätigte. Der zweite Angeklagte, der mit dem 22-Jährigen die Tat begangen haben soll, wurde am Ende wegen Beihilfe zum Diebstahl und eines Ladendiebstahls in Gronau von drei Flaschen Alkohol für 67 Euro zu zwei Wochen Dauerarrest verurteilt. Er half beim Abtransport der Beute auf seinem Fahrrad, wie er selbst einräumte. Auch den Ladendiebstahl gestand er unumwunden ein.

Zur Tat: Vier junge Männer sollen sich nach gemeinsamem Tatplan an dem Tresor versucht haben. Zwei wurden in der Zwischenzeit rechtskräftig verurteilt, einer von ihnen erschien gestern als Zeuge. Der Verurteilte räumte den Diebstahl ein und sagte, dass er den Tresor durchs Fenster geworfen habe. „Danach habe ich ihn aber nicht mehr angefasst. Alle hatten Angst, sich die Finger zu verbrennen“, fügte er hinzu. Der 19-jährige Steinfurter auf der Anklagebank bestätigte, den Tresor mit dem Fahrrad zum Brunnen gebracht zu haben. „Dort haben zwei ihn mehrfach auf den Boden geschmissen, aber er ging nicht auf“. Daraufhin hätten sie ihn in seinen Keller stellen wollen. Zwischenzeitlich habe der Besitzer angerufen und sie gewarnt, den Tresor zurückzubringen. Das hätten sie dann auch gemacht.

Die Staatsanwältin vermutete, dass sie ihn zurückgebracht hätten, weil er nicht zu öffnen war. Weil auch der 19-Jährige mehrfach vorbestraft war, warnte der Richter ihn am Ende: „Bauen Sie keinen Mist mehr.“

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