Zukunft fürs Steinfurter Kino
„Film ab!“ für die Hamers

Burgsteinfurt -

Die Zukunft des Burgsteinfurter Kinos ist vorerst gesichert. Mit Stefanie und Tobias Hamer übernehmen zwei gebürtige Qickborner das Filmtheater an der Horstmarer Straße am 1. Novembe.

Mittwoch, 23.10.2013, 22:10 Uhr

Fans der Helden der Leinwand dürfen sich freuen: Die Zukunft des Burgsteinfurter Kinos ist vorerst gesichert. Stefanie und Tobias Hamer , zwei waschechte Nordlichter aus Quickborn, zieht es in die westfälische Kreisstadt, um den Betrieb des womöglich ältesten Lichtspielhauses in Deutschland fortzusetzen.

Die Tinte unter dem Pachtvertrag mit den Eigentümern Marianne und Heinz Palstring ist noch nicht ganz getrocknet, da hat das Ehepaar (er ist 31, sie 30 Jahre jung, das Familienglück macht der kleine Sam seit sechs Monaten komplett) auch schon die Koffer gepackt und sich ein neues Nest in Burgsteinfurt gebaut. „Ein reizvolles Umfeld. Genau das, was wir gesucht haben“, schildern die beiden ihre ersten Eindrücke vom Umfeld. Ruckzuck war die Entscheidung fürs Münsterland getroffen, berichten die beiden leidenschaftlichen Cineasten.

Durch einen Internetspot war das sympathische Duo auf das Steinfurter Kino und die Verkaufsabsicht von Heinz Palstring aufmerksam geworden. Der hatte zwar schon ein knappes Dutzend potenzielle Interessenten an der Hand. Aber bislang war es nie zu letzten Vertragsunterzeichnung gekommen, weshalb Palstring jetzt mit den beiden Quickbornern Nägel mit Köpfen gemacht hat. „Die Chemie hat von Anfang an gestimmt“, schildert Stefanie Hamer die Gesprächsatmosphäre mit dem Seniorchef des Steinfurter Küchenherstellers. Er hat mit den Hamers zwar zunächst nur einen Pachtvertrag geschlossen. Gleichwohl ist er überzeugt, dass das junge Ehepaar das Zeug hat, die Immobilie schon bald komplett zu übernehmen. „Unser Ziel ist es, das Kino zu kaufen“, fügt Stefanie Halmer an. Zusammen mit ihrem Mann hat sie einen entsprechenden Businessplan bereits bei ihren Kreditgebern vorgelegt. Und auch dort seien die Signale durchaus positiv, dass das Geld im Steinfurter Kino gut angelegt ist.

Sowohl Tobias als auch Stefanie Hamer sind leidenschaftliche Kinofans. Er hat sein Gehalt bereits während seiner Ausbildungs- und Gesellenzeit als Gas- und Wasserinstallateur als Filmvorführer aufgebessert und dann viereinhalb Jahre das Quickborner Kino und eineinhalb Jahre das Kino in Winsen an der Luhe geleitet. Ehefrau Stefanie hat sich nach einer kaufmännischen Ausbildung im Fernstudium zur Filmtheaterkauffrau fortgebildet, war dann im Filmkunstkino in Hamburg tätig, anschließend für eine Kinokette mit 14 Häusern für die Gewerbewirtschaft, Controlling und Marketing zuständig bis ihr der Job als Filmtheater-Chefin in Itzehoe angeboten wurde.

Im Laufe der Partnerschaft sei dann der Wunsch immer größer geworden, sich innerhalb der Branche selbstständig zu machen. „Dieser Traum ist jetzt wahr geworden“, freut sich Tobias Hamer auf die neue Herausforderung, sein eigener Herr zu sen. Er wird für die Technik im Haus zuständig sein. Sie übernimmt den kaufmännischen Part. Beide ergänzen sich auf diese Weise ideal.

Davon ist auch Heinz Palstring überzeugt: „Die beiden sind schwer in Ordnung. Ihr Konzept überzeugt.“ Palstrings Schwester Erna hatte den Betrieb nach dem Ausscheiden von Kinoleiter Sebastian Schäffer übernommen. Das sollte aber nur eine Übergangslösung sein. Wäre die Nachfolgersuche erfolglos verlaufen, hätte Palstring das Kino wohl endgültig geschlossen.

Dass es jetzt anders kommt, freut alle, die sich für den Erhalt des Kinos eingesetzt hatten. Obwohl die Hamers das Geschäft erst am 1. November übernehmen, sind sie schon jetzt täglich vor Ort, um sich einzuleben. Dort wird jetzt auch noch der zweite Vorführsaal auf topmoderne Digitaltechnik umgestellt. Außerdem wollen die Hamers die Öffnungszeiten verändern, in der Woche schon ab 15 Uhr, samstags und sonntags ab 13 Uhr mit den Vorstellungen beginnen sowie freitags und samstags Spätvorstellungen anbieten. Es soll ein Familienprogramm, ein spezielles Kinderprogramm geben. Auch Studenten sollen angelockt werden. Und auch Sondervorführungen und Feiern (etwa Kindergeburtstag) sollen möglich sein. „Wir sind für alles offen“, laden Stefanie und Tobias Hamer die Öffentlichkeit ein, sich ein Bild vom neuen Kino zu machen – und mit Anregungen und Kritik nicht zu sparen, was noch verbessert werden kann. „Film ab!“ also für die Nordlichter und eine neue Kinozeit in Burgsteinfurt.

Ein reizvolles Umfeld. Das war genau das, was wir gesucht haben.

Stefanie Hamer

Die beiden sind schwer in Ordnung. Ihr Konzept überzeugt.

Heinz Palstring
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