Grabstätte für Fehl- und Totgeburten
Wo Eltern trauern können

Borghorst -

Auf dem Friedhof an der Haselstiege wurde die Grabstelle für Fehl- und Totgeburten neu gestaltet. Eine Stele, die einen Engelsflügel symbolisiert, steht im Mittelpunkt der Anlage. Sie soll den Verbindung zwischen Himmel und Erde symbolisieren. Am zweiten Advent, dem „Tag der Sternenkinder”, soll die neue Grabstelle in einer besonderen Feierstunde offiziell eingeweiht werden.

Freitag, 01.11.2013, 18:11 Uhr

„Wir wollen zeigen, dass uns diese Kinder wichtig sind”, sagt Pfarrer Heinrich Wernsmann. Auch, oder gerade weil sie keine Chance hatten, zu leben. Der Pfarrer von St. Nikomedes ist bewegt, wenn er sieht, wie viele kleine Gräber seit Oktober 2002 auf dem kommunalen Friedhof an der Haselstiege neu dazugekommen sind.

Mitglieder der Kirchengemeinde St. Nikomedes um Küsterin Monika Badde kümmern sich um diese anonymen Grabstätten. Sie pflegen sie ehrenamtlich. Beerdigt wird dort unabhängig von der Religion. „Sofern die Eltern den Wunsch äußern.“

Margot Twilfer ist im Rathaus zuständig für Friedhofsangelegenheiten. Sie ist dankbar, dass sich die Kirchengemeinde dieser Gräber angenommen hat. Und, dass die Bestatter ebenso wie die Verwaltung in dieser schwierigen Zeit den Eltern kostenlos helfen. „Wir sind sehr froh, dass es diese Vereinbarung seit zehn Jahren gibt.“

Nach der Neugestaltung steht im Mittelpunkt der Grabstelle für Fehl- und Totgeburten eine Stele. Sie stellt einen Engelflügel dar. „Sehr gelungen”, findet die Küsterin das Kunstwerk. Denn es zeigt eine Verbindung zwischen Himmel und Erde.

Nicht selten bringen Eltern, Geschwister Gegenstände und persönliche Mitbringsel, wie kleine Engel aus Ton, mit und legen sie auf die Gräber. „Es ist wichtig, dass die Eltern einen Ort der Trauer haben“, weiß Pfarrer Wernsmann aus vielen Gesprächen.

Mit zwölf Kindern war die Grabstätte jetzt belegt. Deshalb hat die Stadtverwaltung in unmittelbarer Nähe ein neues Feld vorbereitet. Die Kirchengemeinde ließ einen Gedenkstein mit der Inschrift „Ihr seid Kinder des Lichts” anfertigen, „um an die verlorenen Mädchen und Jungen zu erinnern“, so Wernsmann.

Liebevoll bepflanzt wurde die Anlage von Anne und Hugo Holtmann aus der Gemeinde.

Am zweiten Advent, dem „Tag der Sternenkinder”, soll die neue Grabstelle in einer besonderen Feierstunde eingeweiht werden. Die Kerze in dem neuen Gedenkstein steht dafür, dass diese Kinder nicht vergessen werden. Das Licht soll auch Hoffnung sein, dass die Trauer das Leben nicht für immer dunkel bleiben lässt.

Wir wollen zeigen, dass uns diese Kinder wichtig sind.

Pfarrer Heinrich Wernsmann

Wir sind sehr froh, dass es diese Vereinbarung seit zehn Jahren gibt.

Margot Twilfer
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