Stadtwerke: Bürgerbeteiligung möglich
Jetzt fehlen noch die Genossen

steinfurt -

Die RWE bleiben auch die nächsten 20 Jahren Teilhaber der Stadtwerke. Allerdings wollen sie 15 Prozent ihres fast hälftigen Anteils an die Steinfurter Bürger abgeben. Dafür soll jetzt die BGSt, die Bürgergenossenschaft Steinfurt, gegründet werden. Der Rat hat am Donnerstag in nichtöffentlicher Sitzung den neuen Partnerschaftsvertrag mit den RWE verabschiedet. Unklar ist bislang noch, wer künftig die Stromversorgung in der Stadt übernimmt: Wie bislang die RWE, Gelsenwasser oder die Stadtwerke. Eine Ausschreibung unter den drei Bewerbern soll bis zum Jahresende Klarheit bringen.

Freitag, 08.11.2013, 23:11 Uhr

Natürlich wäre der Wunschpartner von Bürgermeister Andreas Hoge die örtlichen Stadtwerke , wie er gestern bei einer Pressekonferenz betonte. Genauso liegt ihm am Herzen, dass die Bürgergenossenschaft gegründet werden kann. Hermann Lindhof als Sprecher der Initiatoren ist da sehr optimistisch: „Ich werde schon jetzt überall von Bürgern angesprochen, die sich beteiligen wollen.“ In einem ersten Schritt müssen zehn Prozent Stadtwerke-Anteile gezeichnet werden. Danach haben die Genossen weitere fünf Jahre Zeit, die restlichen fünf Prozent zu kaufen. Wie teuer ein Anteilsschein werden wird? Die Genossenschaftsgründer konnten gestern noch keine genauen Zahlen nennen. Hermann Lindhof: „Es soll im dreistelligen Eurobereich losgehen.“ Andreas Hoge hält eine Beteiligung von bis zu 8000 Steinfurtern an dem örtlichen Energieversorger für möglich.

Bislang gibt es nur eine Handvoll von Bürgerbeteiligungen an Stadtwerken in Deutschland. Entsprechend stolz sind die Beteiligten an den langwierigen Verhandlungen mit den RWE . „Dreieinhalb Jahre“, so Stadtwerke-Geschäftsführer Rolf Echelmeyer, seien die Gespräche gelaufen. Paragraf um Paragraf, Zahl um Zahl sei diskutiert worden.

Das Ziel der Verhandlungen war laut Andreas Hoge von Anfang an klar definiert: „Nach dem Auslauf des Partnerschaftsvertrages wollten wir den Einfluss der Stadt stärken.“ Und wenn Bürger und Stadt demnächst bis zu 65 Prozent der Stadtwerke-Anteile halten, sei diese Vorgabe auch erreicht.

Stadtwerke-Chef Rolf Echelmeyer sieht eine komplett neue Ausrichtung der Geschäftspolitik. „Wir wollen den Dienstleistungscharakter stärker ausbauen. Nicht nur wie bislang für Erdgas und Wasser, sondern auch für Glasfaser – und wenn die Stadtwerke den Zuschlag erhalten – auch für Strom.

Die Arbeit für die Genossenschaftsgründer beginnt erst jetzt so richtig. Mitglieder müssen geworben werden. In wenigen Wochen wollen die Initiatoren mit Einzelheiten an die Öffentlichkeit gehen. Die wichtigste Frage für die potenziellen Anleger in Steinfurt ist dabei: Wie teuer wird denn jetzt der Einstieg bei den Stadtwerken?

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/2023834?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F186%2F1785745%2F2130933%2F
Räuber überfällt Tankstelle und erbeutet Bargeld
Mit Skibrille und Wollmütze maskiert: Räuber überfällt Tankstelle und erbeutet Bargeld
Nachrichten-Ticker