Joy Meyer kommt zurück nach Burgsteinfurt
Heiligabend im neuen Zuhause

Burgsteinfurt -

Nach 14 Monaten Krankenhausaufenthalt kommt Joy Meyer das erste Mal zurück nach Hause. Weihnachten kann die Elfjährige im Kreis der Familie und in ihrem neuen Zimmer verleben. Der Anbau an das Haus der Meyers ist pünktlich mit der Hilfe unzähliger Handwerker, Freunde und Förderer fertig.

Freitag, 20.12.2013, 22:12 Uhr

Diese Nachricht passt zum Advent, bei dem es doch um die Ankunft und ums Ankommen geht: Die kleine Joy Meyer kann nach 14 Monaten Krankenhausaufenthalt Weihnachten mit Mutter Mara, Vater Manfred und ihrer jüngeren Schwester Kim zu Hause feiern. Und das in ihrem neuen Zuhause. Mit der Unterstützung so vieler Freunde, Förderer, Helfer und Firmen ist es nach vier Monaten Bauzeit so eingerichtet, dass die Elfjährige dort bald auch rund um die Uhr betreut werden kann.

„Joy muss zwar noch weiter medikamentös eingestellt werden. Wir können sie Heiligabend und an den weiteren Feiertagen aber nach Burgsteinfurt holen. Vielleicht kann sie Mitte Januar wieder ganz bei uns sein“, freut sich Manfred Meyer auf die bevorstehenden Feiertage und natürlich über die riesige Hilfsbereitschaft, die der Aufruf der Malteser ausgelöst hatte, der Familie zu helfen, einen behindertengerechten Anbau an ihr altes Einfamilienhaus in der Citadelle zu setzen.

Martin Varwick und sein Bauleiter Alexander Ehling waren gestern Vormittag zur Baustelle gekommen, wo die Handwerker letzte Hand an die verbleibenden Arbeiten legen. Varwick hatte mit seinem Architekten-Büro die Planung für den Anbau übernommen, Firmen und Sponsoren mobilisiert, sich für die Familie ins Zeug zu legen. Fast 112 000 Euro Planungs-, Material- und Personalkosten wurden investiert. „Ein enormer Kraftakt“, bedankte sich Manfred Meyer bei den beteiligten Firmen: beim Bauunternehmen Arning, bei der Firma Rückbaukonzept Wettringen, bei Spinne-Bedachungen, bei Karl Brinker (Fenster und Eingangstür), beim Trockenbauer Christoph Arntzen, bei FHS & HSI Steinfurt (Heizung und Sanitär), bei Blanke & Spenneberg (Estrich und Fliesen) bei Tischler Werner Beckmann (Treppe und Schiebetüren) und Raumausstatter Sandfort (Bodenbelag) für die Unterstützung. Varwick: „Alle können stolz auf das sein, was hier geleistet worden ist. Das verdient großen Respekt.“

Respekt verdient auch der Willen, mit dem sich Joy zurück ins Leben kämpft. Joy die unter einer seltenen Stoffwechselkrankheit und nach einem Schlaganfall unter Epilepsie leidet, kann zwar noch nicht wieder sprechen, aber, wie Vater Manfred berichtet, mittlerweile schon wieder 120 Schritte (Rekord!) auf eigenen Füßen laufen. „Sie macht weiter gute Fortschritte“, ist Meyer überzeugt, dass Joy sich in ihrer schönen neuen Umgebung bald richtig wohl und heimisch fühlen wird.

Dafür wollen auch ihre Freundinnen und Mitschülerinnen sorgen. Die E-Jugend-Handballerinnen des TB Burgsteinfurt organisieren am morgigen Sonntag (22. Dezember) von 12 bis 17 Uhr ein Turnier in der Sporthalle an der Willibrordschule. Acht Mannschaften (unter anderem aus Borghorst, Nordwalde, Greven, Neuenkirchen und Wettringen) haben ihre Teilnahme bereits zugesagt. Für das leibliche Wohl der Sportlerinnen und Zuschauer sorgen die Eltern der TB-Spielerinnen. Gleichzeitig ist bereits eine Tombola der Extraklasse organisiert: 400 Preise konnten die Handballerinnen mit Unterstützung unzähliger Firmen und Unternehmen in beiden Stadtteilen zusammenstellen.

Das Programm, so sind die Veranstalter überzeugt, dürfte schon Anreiz genug sein, einen Abstecher an die Stegerwaldstraße zu machen. Allerdings bietet der morgige Tag auch die Chance auf ein lang ersehntes Wiedersehen – denn Joy wird, vorausgesetzt es geht ihr gut, selbst beim Turnier vorbeischauen. Ein sicherlich ganz besonderer Moment im Advent für Joy und alle, die sie kennen.

Alle können stolz auf das sein, was hier geleistet worden ist.

Martin Varwick

Sprechen kann sie noch nicht. Aber sie läuft. 120 Schritte. Das ist Rekord.

Manfred Meyer
Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/2115353?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F186%2F1785745%2F2591640%2F
Spielen sonntags verboten
Der Schulhof der ehemaligen Josefsschule an der Hammer Straße: Hier, ist, wie auf allen Schulhöfen städtischer Schulen, das Spielen am Sonntag verboten.
Nachrichten-Ticker