Mütter auf Zeit
Bedenkzeit und Verantwortung für ein Baby

Steinfurt -

Schülerinnen der Erich-Kästner-Schule nehmen an einem Projekt der Evangelischen Jugendhilfe teil, bei dem es darum geht, das Bewusstsein der jungen Frauen dafür zu schärfen, welche Verantwortung sie übernehmen, wenn sie Mutter werden. Puppen, die das Verhalten der Babys simulieren, müssen von den Mädchen rund um die Uhr versorgt werden.

Montag, 17.02.2014, 16:02 Uhr

Was braucht ein Baby? Wie kümmert man sich richtig um ein Kleinkind? Und was kostet das alles überhaupt? Diese und viele weitere Fragen werden Schülerinnen der Steinfurter Erich-Kästner-Schule in den nächsten Wochen beantwortet.

In Kooperation mit dem Jugendmigrationsdienst der Evangelischen Jugendhilfe Münsterland unter der Leitung von Katharina Schlautmann und Barbara Schonschor ist in der vergangenen Woche dort das sogenannte Babybedenkzeit-Projekt gestartet. Neun Schülerinnen der Jahrgangsstufen 8 bis 10 lernen mit Babysimulatoren den richtigen Umgang mit einem Baby. Die Puppen, die auch für einen Tag mit nach Hause genommen werden dürfen, müssen genau wie echte Babys gewickelt und gefüttert werden. Sie können in verschiedenen Schwierigkeitsstufen eingestellt werden und lassen sich nur von der „Mutter“ beruhigen. Kümmert sich diese nicht rechtzeitig um ihr Baby, so wird diese Vernachlässigung gespeichert.

Dieses Projekt, so schreibt die Schule in einer Pressemitteilung, soll die Mädchen nachdenklich stimmen, denn so ein Baby ist nicht nur niedlich anzusehen. Deshalb sollen die Teilnehmerinnen erfahren, was ein Kind im Laufe seiner Kindheit an Zuwendung und Betreuung braucht, welche Kosten entstehen.

Wie kann es betreut und versorgt werden? Wann wäre ein möglicher Zeitpunkt in meinem Leben, um an ein eigenes Kind zu denken? Fragen und Einstellungen schwingen mit in diesem Projekt, das durch die Volksbank Münsterland und die katholische Kirchengemeinde St. Johannes Nepomuk und St. Marien finanziell unterstützt wird. Wenn am Ende der Projektzeit den jungen Frauen klar ist, welche Verantwortung für so ein kleines Bündel Mensch übernommen werden muss und wie bereichernd das Leben mit einem Kind sein kann, dann hat es sich gelohnt, dieses lebenspraktische Projekt in den Schulalltag der Förderschule einzubinden, schreibt die Erich-Kästner-Schule. Bislang können es die Schülerinnen nicht abwarten, die süßen Puppen mit nach Hause zu nehmen. Ob sie wissen, auf was sie sich da einlassen? Denn so ein Baby fordert viel Aufmerksamkeit und schreit auch mal mitten in der Nacht.

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