Tschechisches Nonett in der Konzertgalerie
Tschechische Magie

Burgsteinfurt -

Mit Klangvielfalt und überraschenden Arrangements begeisterte am Wochenende das Tschechische Nonett in der Bagno-Konzertgalerie. Die neun Künstler brachten unter anderem Stücke von Lutoslawski, Prokofjew und Dvořák zur Aufführung.

Montag, 17.02.2014, 21:02 Uhr

Die Mischung macht’s. Das hat „Das Tschechische Nonett “ bei seinem Konzert am Samstagabend in der Bagno-Konzertgalerie auf höchst eindrucksvolle Weise bewiesen. Mit Werken von Witold Lutoslawski , Bohuslav Martinú und Sergej Prokofjew hatten die Musiker vor der Pause Komponisten ausgesucht, die weit bis in das 20. Jahrhundert hinein gelebt und komponiert haben, was bei den Zuhörern hohe Bereitschaft für nicht immer vertraute Klänge und Kompositionstechniken erforderte.

Wie bemerkenswert das gelang, lässt sich mit einem begeisterten Ausspruch eines älteren Herrn beim Gang in die Pause dokumentieren. „Josef, das war mit Abstand das spannendste Stück, das ich hier seit vielen Jahren gehört habe.“ Angesprochener Josef Schwermann, der künstlerische Kopf des Bagno-Kulturkreises, war die Freude über so viel Begeisterungsfähigkeit und Hörbereitschaft für die mutige Programmauswahl deutlich anzusehen.

Gelobt worden war das wirklich heftige Duell von Klarinette, Oboe mit Violine, Viola und Kontrabass in Sergej Prokofjews Quintett g-moll op.39. Auch wenn hier nur fünf der neun ganz hervorragenden Musiker des tschechischen Ensembles spielten, waren die in jeder Beziehung – technisch wie künstlerisch – ordentlich gefordert und bestanden diese Herausforderung mit Bravour. Schon im ersten Satz der Tanzpräludien von Witold Lutoslawski zu Beginn des Konzertes war aber schon die höchst interessante Neun-Instrumenten-Besetzung ohrenfällig geworden. Diese spannungsreiche Besetzung mit vier Streich- und fünf Blasinstrumenten erlaubte wirklich jedem vorgestellten Komponisten aus dem Vollen dieser Instrumentenfarben zu schöpfen.

So kamen fast orchestrale Breitklangerlebnisse bis hin zu ziselierten Solopassagen zu ihrem Recht. Klangen folkloristische Elemente der polnisch-tschechischen Herkunft der Komponisten vor allem im letzten Satz der Tanzpräludien und im Nonett H 374 von Borislav Martinů noch eher dosiert an, so war dies, erwartetermaßen, nach der Pause bei Antonin Dvořáks Serenade d-moll geradezu süffig der Fall. Auch wenn hier vor allem eher vertrautere Klangstrukturen dominierten, so muss man die höchst gelungene Bearbeitung des Musikstücks für die Nonett-Besetzung von Frantisek Hertl herausstellen. Die führte die frappanten Möglichkeiten dieser Ensembleform höchst beeindruckend vor Ohren.

Und bei all der Kompositionsvielfalt präsentierte sich durchgängig im gut besetzten Bagno-Konzertsaal eine Musikerschar, die nicht nur sicher und gekonnt, sondern hoch konzentriert und künstlerisch formidabel zu Werke ging. Die ließ das hörbar gewonnene Publikum auch erst nach zwei heftig erklatschten Zugaben gehen.

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