Josef Albers im Heinrich-Neuy-Bauhausmuseum
Jetzt kommt ein wahrer Meister

Borghorst -

Geschäftsführer Jürgen Holtz sagt: „Das ist ein Leckerbissen für Kenner.“ Wahrscheinlich ist es sogar der Leckerbissen schlechthin in der jungen Geschichte des Heinrich-Neuy-Bauhausmuseums. Zum ersten Mal ist nämlich ein Meister der berühmten Kunstschule mit seinen Werken am Kirchplatz 5 präsent: Josef Albers, der spätere stellvertretende Direktor der 1933 von den Nazis geschlossenen Einrichtung.

Mittwoch, 08.10.2014, 20:10 Uhr

Ein Selbstporträt in Kohle von Josef Albers aus dem Jahr 1919..
Ein Selbstporträt in Kohle von Josef Albers aus dem Jahr 1919.. Foto: Axel Roll

Über 20 Bilder, viele aus der Frühphase seiner künstlerischen Karriere, werden ab Sonntag zu sehen sein. Eine besondere Note erhält die Werkschau durch die Tatsache, dass Heinrich Neuy bei Josef Albers Unterricht hatte. Eine Reihe seiner Arbeiten, die Neuy unter der Anleitung von Albers geschaffen hat, werden ebenfalls ausgestellt. Der in Bottrop geborene Bauhausmeister selbst hatte eine persönliche Bindung ans Münsterland . Er unterrichtete Anfang des 20. Jahrhunderts als Volksschullehrer im benachbarten Langenhorst.

Woher die Bilder des Künstlers kommen – Jürgen Holtz will und darf es nicht sagen. Ein privater Sammler stellt sie bis Ende Januar dem Museum zur Verfügung. Und er will ungenannt bleiben.

„Die Auswahl der Werke stellt einen Querschnitt seines künstlerischen Schaffens dar“, sagt Neuy-Tochter Hedwig Seegers. So sind natürlich auch Bilder zu sehen, die Josef Albers international berühmt gemacht haben. Allen voran Variationen zum Thema Quadrat. Aber auch über die Experimentierfreudigkeit des Bottropers mit den Farben gibt es aufschlussreiche Beispiele. Er beschäftigte sich mit der Wirkung von Flächen, Farben, Formen und Linien aufeinander. Wie sehr die eigene Wahrnehmung dem Betrachter einen Streich spielen kann, die „Interaction of colour“ zeigt es in eindrucksvoller Weise.

Josef Albers ist einer der wenigen Künstler, die am Bauhaus nahezu von der Gründung bis zur Auflösung im Jahr 1933 tätig waren. Der Volksschullehrer kam 1920 als Student und musste es als Meister und stellvertretender Direktor 1933 verlassen. Er wanderte dann aus in die USA, wo er „als Pädagoge, Theoretiker und Maler zu einem der zentralen Vertreter der modernen Kunst wurde“, wie es in der Einladung zur Ausstellung heißt.

► „Josef Albers und Schüler“ ist vom 12. Oktober bis zum 25. Januar zu sehen, mittwochs bis freitags und sonntags von 11 bis 17 Uhr.

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