Mehrheit für den Bau
K 24n Nord: Gutachten weckt Zweifel

Ibbenbüren/Kreis Steinfurt -

Ein Gutachten weckt Zweifel, ob der Bau der Westumgehung Laggenbeck wirklich nötig ist: Im besten Fall würde die Verkehrsbelastung um zehn Prozent sinken. Eine Mehrheit in der Kreispolitik hält trotzdem an dem 6,5-Mio.-Euro-Projekt fest.

Donnerstag, 20.11.2014, 17:11 Uhr

Ein Gutachten des Büros IPW Ingenieurplanung zum Bau der K 24n Nord als Westumgehung Laggenbeck weckt Zweifel am Sinn des mindestens 6,5 Millionen Euro teuren Projekts. Gutachter Jens Westerheider erläuterte am Mittwochabend vor dem Bau- und Verkehrsausschuss des Kreises, dass die Verkehrsentlastung für den Ibbenbürener Ortsteil Laggenbeck auch im maximalen Ausbau-Szenario (Ausbau von der K19 bis zur L 501, Kreisverkehr K 19/K41n, Ausbau der Schwarzen Straße zwischen L 501 und K 43, Umgestaltung der Ortsdurchfahrt Laggenbeck, Verlängerung der K 24 n Nord als L 796 n) nur eine Verkehrsentlastung von knapp zehn Prozent oder täglich 900 Fahrzeugen bringen würde.

Dennoch, so das Fazit des Gutachters, sei die „Bauwürdigkeit“ der K24n Nord vor allem als „Netzergänzung für Ziele der Stadtentwicklung von Ibbenbüren und Mettingen“ zu bestätigen. Kreis Bau-Dezernent Franz Niederau fragte dennoch: „Wollen wir an dem Projekt festhalten?“ Die Entlastung sei „so klein, dass man sie kaum spürt“. Die Frage sei auch, ob die Realisierung von Gewerbegebieten auf dem RAG-Zechengelände am Schafberg überhaupt realistisch sei. Eine finanzielle Landesförderung sei vor dem Jahr 2020 völlig ausgeschlossen.

Grundsätzlich äußerte Niederau die Einschätzung, das Straßennetz im Kreis Steinfurt sei „gut und leistungsfähig“. Man könne nicht davon sprechen, dass die Straßen-Infrastruktur unter zurückgehaltenen Finanzmitteln leide: „Der Bedarf ist gesättigt““. Es gehe nur noch „um die ein oder andere Netzergänzung“ – „die Entscheidung überlassen wir Ihnen“. Er, Niederau, stehe jedenfalls „selten im Kreis Steinfurt im Stau“.

Das sah die Mehrheit der Politik anders. Markus Gerweiler (SPD) nannte den Bau der K 24 n „Wirtschaftsförderung“, die man „mit äußerster Befürwortung vorantreiben“ müsse. Gisela Köster (CDU) betonte, die CDU-Fraktion stehe hinter dem Ausbau, vor allem weil er vorteilhaft für die Entwicklung der geplanten Gewerbegebiete sei. Sie erwarte, dass die Planfeststellung zu Ende gebracht werde. Ähnlich argumentierte Reinhard Lah, FDP. Jan-Niclas Geesenhues (Grüne) meinte dagegen „Die Bauwürdigkeit steht in Frage“, auch weil die Straße ein ökologisch wertvolles Gebiet zerschneiden würde. Andreas Neumann (Linke) äußerte Zweifel, ob eine gute Straßenanbindung die Gewerbegebiete überhaupt fördern könne und verwies auf das „Negativ-Beispiel AirportPark“.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/2890374?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F186%2F2591415%2F4852182%2F
Bahnstreik führt zu zahlreichen Zugausfällen im Münsterland
Stillstand durch Tarifstreit: Bahnstreik führt zu zahlreichen Zugausfällen im Münsterland
Nachrichten-Ticker