70 Euro Soforthilfe pro Haushalt
Stromsparcheck kennt nur Gewinner

Ibbenbüren/Kreis Steinfurt -

Arbeitslose beraten einkommensschwache Haushalte beim Energiesparen: Nach diesem Konzept funktioniert der Stromsparcheck. Klima, Beschäftigung, Kommunen, Soziales – alle können von der Förderung profitieren. Was bislang in Greven und in Rheine praktiziert wurde, soll sich jetzt auch im Tecklenburger Land bewähren.

Montag, 02.02.2015, 17:02 Uhr

Das Stromsparcheck-Team: Landrat Thomas Kubendorff (5.v.r.), Caritas-Vorstand Dieter Fühner (6.v.r) und Mitarbeiter präsentierten gestern das Konzept der Aktion. Sponsor RWE steuerte u.a. zwei Elektro-Fahrräder für die Berater bei. Das Foto rechts zeigt beispielhaft Soforthilfen im Wert von 70 Euro, die jeder teilnehmende Haushalt erhält.
Das Stromsparcheck-Team: Landrat Thomas Kubendorff (5.v.r.), Caritas-Vorstand Dieter Fühner (6.v.r) und Mitarbeiter präsentierten gestern das Konzept der Aktion. Sponsor RWE steuerte u.a. zwei Elektro-Fahrräder für die Berater bei. Das Foto rechts zeigt beispielhaft Soforthilfen im Wert von 70 Euro, die jeder teilnehmende Haushalt erhält. Foto: Achim Giersberg

Auch einkommensschwache Haushalte sollen in die Lage versetzt werden, Strom zu sparen. Das ist das Ziel der Aktion „ Stromsparcheck “, die der Kreis Steinfurt nun auch in Ibbenbüren und im Altkreis Tecklenburg durchführt. In Greven gibt es den Stromsparcheck schon seit 2013 und in Rheine bereits seit dem Jahr 2008. Zusammen wurden dort bereits rund 950 Haushalte beraten.

Im Tecklenburger Land, so erläuterte es gestern Dieter Fühner, Vorstand des Caritasverbandes Rheine, der die Aktion koordiniert, sollen bis Dezember dieses Jahres insgesamt 230 Stromsparchecks durchgeführt werden. Das Konzept sieht so aus: Langzeitarbeitslose werden im Rahmen eines Brückenjob-Arbeitsverhältnisses (auch Ein-Euro-Job genannt) in 70-Stunden-Kursen zu Stromsparhelfern bzw. Serviceberatern für Energie- und Wassertechnik ausgebildet. Sie führen dann kostenlose Stromsparberatungen in Haushalten durch, die Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe oder Wohngeld beziehen. Doch bei Ratschlägen alleine soll es nicht bleiben: Kostenlose Soforthilfen im Wert von 70 Euro sind Bestandteil der Beratung. Soforthilfen können unter anderem Zeitschaltuhren, schaltbare Steckerleisten, Energiesparlampen oder Wasserspar-Duschköpfe sein.

Die Energie-Einsparung pro Haushalt, das legen die Ergebnisse aus Rheine nahe, beträgt pro Jahr durchschnittlich 136 Euro. Dabei schlägt die Stromersparnis mit 87 Euro am stärksten zu Buche, gefolgt von Wasser (40 Euro) und Heizung (11 Euro). Von dieser Ersparnis profitieren auch die Kommunen und der Kreis: Sie tragen ja die Kosten für Heizung und Wasser der Alg II-Haushalte, die nach der Beratung niedriger ausfallen. Klima, Kommunen, Beschäftigung, Soziales – „Das Projekt hat veile Gewinner“, freut sich Dieter Fühner.

Dem gegenüber stehen Kosten von 140 000 Euro für die geplanten 230 Stromsparchecks – ein Check kostet also 670 Euro. Auf die Frage, ob das nicht zu teuer für das zu erwartende Ergebnis sei, meinte Landrat Thomas Kubendorff : „Nein. Diese Menschen würden sonst keine Stromsparmaßnahmen durchführen. Nur durch persönliche Ansprache können wir dieses schwierige Klientel erreichen.“ Zudem sei angestrebt, einen Teil der Berater in den ersten Arbeitsmarkt zu vermitteln.

In Rheine, so Norbert Alfert, Einrichtungsleiter beim Caritasverband Rheine, seien in sieben Jahren 50 Helfer ausgebildet worden, von denen 13 in den ersten Arbeitsmarkt integriert worden seien. Kubendorff: „Gäbe es nur diese eine Komponente, wäre der Aufwand sicherlich zu groß. Beide Komponenten zusammen, also die Aussicht auf Integration in den Arbeitsmarkt und die Energieeinsparung, rechtfertigen aber den Aufwand.“

Weil der Kreis Steinfurt eine von 19 Masterplankommunen 100% Klimaschutz ist, übernimmt das Bundesministerium für Umwelt und Naturschutz 53 der Gesamtkosten von 140  000 Euro; 21 Prozent trägt der Kreis, 8 Prozent das Jobcenter, 5 Prozent die WertArbeitSteinfurt GmbH, 3 Prozent der Caritasverband und 10 Prozent die RWE als Sponsor.

Geeignete Haushalte werden bei Tafeln oder in Sozialkaufhäusern angesprochen, können sich aber auch selbst melden bei der Caritas-Mitarbeiterin Karoline Augustjanka-Meier unter Telefon 05971/80829-82 oder Emai stromsparcheck@caritas-rheine.de.

Den Anfang machen Stromsparchecks in der Stadt Ibbenbüren, in Kürze sind aber auch Beratungen in Hörstel, Hopsten, Recke, Mettingen, Westerkappeln, Lotte, Tecklenburg, Lengerich, Ladbergen und Lienen möglich: auch in Rheine und in Greven laufen die Stromsparchecks weiter.

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