Borghorster Kunstschatz bleibt verschwunden
Stiftskreuz: Anklage

Borghorst -

Die Staatsanwaltschaft Münster glaubt genügend belastende Beweise zu haben – und hat gestern gegen die mutmaßlichen Diebe des Borghorster Stiftskreuzes Anklage erhoben. Der wertvolle Kunstschatz bleibt jedoch weiter verschwunden. Bei den Verdächtigen, die den Ermittlungsbehörden namentlich schon kurz nach der Tat bekannt waren, handelt es sich um den 31-jährigen Halit T., den 30 Jahre alten Mounir M. und den 24-jährigen Moham­med S., alle drei aus Bremen. Wahrscheinlich müssen sich die Männer schon bald vor dem Landgericht verantworten. Oberstaatsanwalt Heribert Beck rechnet damit, „dass der Prozess noch in der ersten Hälfte dieses Jahres terminiert wird“, sagte er auf Nachfrage unserer Zeitung. Die Beschuldigten befinden sich bis dahin auf freiem Fuß, so Beck weiter: „Es gibt keine ausreichenden Haftgründe.“

Mittwoch, 04.03.2015, 18:03 Uhr

Den Angeklagten wird vorgeworfen, das Reliquiar, das zu den bedeutendsten Goldschmiedearbeiten des 11. Jahrhunderts zählt, unter Beteiligung eines vierten, bisher nicht identifizierten Mittäters, am 29. Oktober 2013 aus der Pfarrkirche gestohlen zu haben. Seitdem ist das Kreuz unauffindbar. Erste Hinweise auf seinen Aufenthaltsort haben sich Tage nach der Tat nicht bestätigt.

Die Männer sollen zudem versucht haben, vor dem Diebstahl aus der Kasse einer Tankstelle in Altenberge Geld zu entwenden. Diese Tat sei wohl an der unerwarteten Anwesenheit einer zweiten Zeugin im Kassenbereich gescheitert, nachdem man einen Angestellten von der Kasse weggelockt hatte, schreibt die Staatsanwaltschaft in einer Pressemitteilung.

Die drei Angeklagten haben sich laut Staatsanwaltschaft bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert.

Mitten am Tag, gegen 13.30 Uhr, war das Stiftskreuz gestohlen worden. Die spektakuläre Tat hatte die Stadt damals in einen Schockzustand versetzt. Dank aufmerksamer Zeugen war schnell klar, dass ein schwarzer Mercedes-Kombi mit Bremer Kennzeichen als Fluchtfahrzeug in Frage kommt. Mit Fotos aus der Tankstellen-Kamera konnte die Polizei in Steinfurt gezielt nach den Tätern fahnden.

Weitere Details zu dem Fall wollte Oberstaatsanwalt Beck gestern nicht preisgeben. Schließlich sei das Stiftskreuz noch nicht wieder da. Und auch Reiner Schöttler von der Pressestelle der Kreispolizeibehörde hüllte sich in Schweigen.

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