Kandidatensuche für Bürgermeisteramt
Gegenwind für Hoge

Steinfurt -

Andreas Hoge wird bei der Bürgermeisterwahl am 13. September mit einem Gegenkandidaten rechnen müssen. Wenigstens mit einem. Hinter den Kulissen haben sich die Hoge-Gegner offensichtlich schon auf einen Mitbewerber um den Chefsessel im Rathaus geeinigt. „Namen nennen wir aber erst um Ostern“, betonte Günther Hilgemann als FDP-Fraktionschef gegenüber den WN.

Donnerstag, 05.03.2015, 23:03 Uhr

Die kleinen Fraktionen im Rat lassen Andreas Hoge im Regen stehen. Sie versagen dem Amtsinhaber ihre Unterstützung.
Die kleinen Fraktionen im Rat lassen Andreas Hoge im Regen stehen. Sie versagen dem Amtsinhaber ihre Unterstützung. Foto: Werner Szybalski

Wo die Pro- und Contra-Hoge-Linie im Rat verläuft, ist relativ klar. Mit Ausnahme der SPD haben sich alle Parteien geoutet. So stellen sich die kleinen Fraktionen ausnahmslos gegen den Amtsinhaber, während die CDU fest zu Hoge steht. Bei den Sozialdemokraten ist nach den Worten von Fraktionschef Alfred Voges hingegen noch alles drin: „Von der Hoge-Unterstützung bis zur Stellung eines eigenen Kandidaten.“ Noch in diesem Monat müssten weitere Gespräche geführt werden, so Voges. Natürlich habe die SPD schon selbst nach geeigneten Bewerbern geguckt. „Das ist kein Geheimnis.“ Kandidaten stünden aber nicht gerade Schlange.

Alle kleinen Fraktionen betonen, dass die Einigung auf einen Kontrahenten die beste Lösung sei. Christian Franke von der GAL: „Wir sind sehr daran interessiert, dass man sich zusammensetzt.“ Das setze allerdings Kompromissbereitschaft voraus. Ludger Kannen als Fraktionssprecher der Grünen scheint mit dem hinter den Kulissen gehandelten Kandidaten noch nicht zufrieden zu sein. „Wir suchen jetzt mit Stellenanzeigen im Internet“, erläuterte er. Sein Wunsch-Bürgermeister muss natürlich grüne Politik vertreten, Verwaltungserfahrung haben und in Steinfurt wohnen.

Auch FWS-Vorsitzender Reinhard Froning bestätigte, dass es da jemanden gibt, der Bürgermeister von Steinfurt werden möchte. „Da kann sich Herr Hoge fest drauf einstellen.“ Und mit einem Seitenhieb auf die Borghorster CDU, die sich im Gegensatz zu den Burgsteinfurter Parteifreunden bislang noch nicht öffentlich positioniert hatte, schiebt Froning hinterher: „Wir können die Borghorster CDU beruhigen, unser Mann wäre auch für die CDU wählbar.“

Das werden die Christdemokraten aber wohl nicht machen. Der Vorsitzende der Ortsunion Borghorst, Hans Günter Hahn, legte im Gespräch ein deutliches Bekenntnis zum Amtsinhaber ab: „Wir werden Andreas Hoge unterstützen.“ Er sei ein hervorragender Fachmann. Nach Informationen unserer Zeitung fällt die Zustimmung für den Bürgermeister in der CDU Borghorst aber nicht so euphorisch aus wie in Burgsteinfurt. Es gibt Mitglieder, die ihm fehlende Bürgernähe ankreiden.

Günther Hilgemann, Fraktionschef der FDP, ist „guter Dinge“, dass die letzten interfraktionellen Gespräche positiv verlaufen. Auch er bescheinigt Andreas Hoge hervorragende Fachkenntnisse. Was ihm fehlt? „Der Charme im Rathaus zwischen den Mitarbeitern zu vermitteln.“

Andreas Hoge setzte sich 2004 als Kandidat der CDU gegen vier Bewerber durch, unter anderem dem damaligen Amtsinhaber Franz-Josef Kuß. Beide mussten in die Stichwahl, die der Emsdettener deutlich für sich entschied. 2009 dann die Wiederwahl. Als einziger Bewerber vereinigte Hoge 72,7 Prozent der Stimmen auf sich. Was dem Amtsinhaber viele Steinfurter übel nehmen: Der 55-Jährige ist trotz seines Versprechens bei seiner ersten Wahl immer noch nicht nach Steinfurt gezogen, sondern fährt jeden Tag von Emsdetten aus zur Arbeit.

2004 traten mit Alfred Voges für die SPD und Dr. Reinhold Dankel (Freie Wähler) zwei auch heute noch in der Politik bekannte Gesichter gegen Hoge an. Voges erhielt damals 16,6 und Dankel 9,9 Prozent der Stimmen. Die Frage an Alfred Voges, ob er daran denke, nochmals wieder anzutreten, lässt Raum für Spekulationen: „Zum jetzigen Zeitpunkt eher nicht.“ Mit der Bemerkung von FWS-Chef Reinhard Froning, dass ihr Kandidat auch für die CDU wählbar sei, erübrigt sich die B-Frage an Dankel. Ostern wird in diesem Jahr also besonders spannend.

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