Jugendamt zieht Bilanz
Harmonische Zusammenarbeit

Kreis Steinfurt -

Kein kritisches Wort fanden die Vertreter der Freien Träger gegenüber dem Kreisjugendamt, als dieses die Jahresbilanz 2014 präsentierte. Die Zusammenarbeit, so die einhellige Einschätzung, verläuft ausgesprochen harmonisch. Kritik gab es nur am Verhalten des Landes.

Montag, 09.03.2015, 16:03 Uhr

Zwei Erfolgsmeldungen waren Sozialdezernent Dr. Peter Lüttmann besonders wichtig, als er gestern den Jahresbericht 2014 des Kreisjugendamtes vorstellte: Der Rechtsanspruch auf eine Kinderbetreuung konnte in jedem Falle sichergestellt werden. Der Kinder- und Jugendförderplan 2015 - 2020 wurde um die jährliche Summe von 440 000 Euro auf einen Etat von jetzt 1,45 Millionen Euro pro Jahr erhöht. Vertreter der Freien Träger, die erstmals an der Präsentation des 60-Seiten-Berichts teilnahmen, äußerten sich ausgesprochen zufrieden über die Zusammenarbeit mit dem Kreis-Jugendamt.

„Das Jugendamt macht einen sehr guten Job“ lobte Hans-Peter Metje , Geschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes im Kreis Steinfurt den Bereich der Kindertagesbetreuung. Elternbeitragssatzung, Bei Sprachförderung, Anmeldeverfahren, Kita-Planung, Gesunde Ernährung und Bewegung, Beteiligung der Elternbeiräte – überall habe es Fortschritte gegeben und die Freien Träger hätten sich frühzeitig und umfassend in die Diskussion eingebunden gefühlt. So problemlos die Kooperation mit dem Kreis-Jugendamt laufe, so problematisch verhallte sich derzeit jedoch das Land NRW, indem es immer neue Regeln aufstelle, kritisierte Metje. „Da denken sich Leute neue Vorschriften aus, die mit der Praxis nicht viel zu tun haben“, wandte er sich gegen die Praxis, die Leistungen pro Kind in eine Grundpauschale und eine Vielzahl von Unterpauschalen zu unterteilen, die immer wieder individuell nachgewiesen werden müssten. Das führe zu Problemen mit Eltern, die die Einrichtung wechseln wollten, weil die Kitas auf die Einhaltung der Verträge mit den Eltern bestehen müssten.

Silvia Engelkamp, Sprecherin der Arbeitsgemeinschaft Erziehungshilfen, hatte ebenfalls keinerlei Kritik am Jugendamt. An Bedeutung zunehmen werde die Betreuung unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge, blickte sie auf die Themenschwerpunkte 2015. Auch der Aufbau einer Ombudschaft und Beschwerdestelle in der Jugendhilfe stehe in den kommenden Monaten an. Nicht zuletzt werde die Verknüpfung von Jugendhilfe und Schule im laufenden Jahr ein zentrales Thema sein.

Zur Kinder- und Jugendarbeit nahm Marko Marincel, Leiter des Regionalbüros Ost des Bischöflichen Generalvikariats Münster, Stellung. Die Kinder- und Jugendarbeit sei präventiv ausgerichtet und ein „unverzichtbares Element der Jugendhilfe“. Die kräftige Erhöhung der zur Verfügung stehenden Mittel um 440 000 Euro sei natürlich nur zu begrüßen, müsse allerdings auch vor dem Hintergrund gesehen werden,, dass die Mittel über Jahrzehnte nicht aufgestockt worden seien. So werde die Förderung von Ferienfreizeiten von 2,30 auf nun 3,50 Euro pro Tag und Teilnehmer möglich. Auch die Bezuschussung von Schulungen und Qualifizierungsmaßnahmen für Ehrenamtliche sei nur zu begrüßen.

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