Konzert mit Pianistin Michèle Gurdal
Unaufgeregt und mutig

Burgsteinfurt -

Unaufgeregt, stets hoch konzentriert und auf hohem pianistischem Niveau agierend: Klaviervirtuosin Michèle Gurdal präsentierte am Samstagabend im Rahmen der Bagno-Konzerte eine begeisternde Darbietung. Das Publikum entließ sie erst nach zwei Zugaben.

Sonntag, 29.03.2015, 13:03 Uhr

Überzeugte mit einer engagierten Darbietung: Pianistin Michèle Gurdal.
Überzeugte mit einer engagierten Darbietung: Pianistin Michèle Gurdal. Foto: Martin Fahlbusch

Mutig war nicht nur die Programmauswahl, die die junge Pianistin Michèle Gurdal für ihr Konzert in der Bagno-Konzertgalerie am Samstagabend getroffen hatte. Mutig war auch, dass sie an den Beginn ihres Auftritts mit ausschließlich Kompositionen von Alexander Skrjabin und Frédéric Chopin je zwei Walzer der beiden (Valse f-moll op. 1 und Valse As-Dur op. 38 sowie der Walzer cis-moll op. 64 Nr. 3 und der Grande Valse brillante B-Dur op.18) in einer Einheit vorstellte. Das sollte die Zuhörer zu einem Vergleich zwischen dem russischen und dem polnischen Meister und zu einem wachen Hinhören auf die unterschiedlichen Auffassungen von der Kompositionsform Konzertwalzer „verführen“.

Nicht nur diese bemerkenswerte Intention beeindruckte die Zuhörer in der nicht ganz ausverkauften Konzertgalerie, sondern vor allem die unaufgeregte, auf hohem pianistischem Niveau agierende junge Künstlerin. Immer hoch konzentriert; zupackend, wenn es vorgesehen war und empfindsam, wenn es die Vorlage bestimmte.

Gurdal präsentierte beispielsweise die Ballade Nr. 4 f-moll op. 32 des polnischen Klaviertitanen mit einer traumhaften Durchhörbarkeit, die die große Emphase dieses Werkes nicht bloßstellte, sondern dadurch eher noch verstärkte. Andererseits zelebrierte sie vorher die Themen- und Kompositionsvielfalt der ausgewählten fünf Mazurken von Alexander Skrjabin so mosaikhaft und mitunter nur rhythmisch angedeutet, wie es der Russe niedergeschrieben hatte. All das gelang der Pianistin mit belgischen und japanischen Wurzeln dank einer formidablen Technik, die sich aber stets dem Dienst der Musik verpflichtet wusste.

Nicht ganz so unmittelbar zu verfolgen und auch zu vergleichen waren die unterschiedlichen kompositorischen Finessen der beiden Komponisten bei den von Gurdal ausgewählten Etüden am Ende des famosen Konzertabends. Hier standen drei von Chopin gleich deren sieben von Skrjabin gegenüber, was die Hörbalance schwieriger machte.

Wie auch immer, das heftig begeisterte Publikum entließ die Klaviervirtuosin schlussendlich erst nach zwei Zugaben.

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