Kreis kontrolliert Badeseen
Diese Frau schaut ganz genau hin

Hörstel/KREIS STEINFURT -

Augaben der Kreisverwaltung, die man dort nicht unbedingt vermutet, stehen im Mittelpunkt unserer Sommerserie. Heute: Die Überwachung der Badequalität des Torfmoorsees in Hörstel.

Mittwoch, 15.07.2015, 16:07 Uhr

Badeseen kontrollieren, Herkulesstauden bekämpfen, Blühstreifen an den Wegesrändern anlegen: Auch das ist Kreisverwaltung ! Während der Sommerwochen stellen wir in loser Reihenfolge Aufgaben der Kreisverwaltung  Steinfurt vor, die man hier vielleicht nicht sofort vermutet. Heute:  Kontrolle am Torfmoorsee in Hörstel mit Helge Suhr , Gesundheitsmanagerin des Kreis Steinfurt.

Das Wasser glitzert in der Sonne. Eigentlich perfektes Badewetter. Doch Badesachen hat Helge Suhr nicht dabei. Statt zum Baden ist sie zum Arbeiten hier: Im Dienste der Bevölkerung. Die Expertin schaut genau hin: Stimmt die Wasserqualität? Wie sieht die Infrastruktur rund um den See aus? Entspricht das Badegewässerprofil den Vorgaben?

Betreiber des Sees ist die Stadt Hörstel. Sie ist für die Pflege des Sees sowie für die Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben des Badebetriebs zuständig. Die Wasserrettung hat die Stadt dem DRK und der DLRG übertragen. So sieht sich Helge Suhr zunächst die Örtlichkeiten an: Den Erste-Hilfe-Raum der DRLG und den des DRK. Hier achtet sie unter anderen darauf, ob der Erste-Hilfe-Koffer vollständig ist und ob Mullbinden, Pflaster und Kompressen steril verpackt und noch haltbar sind.

Weiter geht die Gesundheitsexpertin zum See: Ist der Sand sauber? Zudem kontrolliert sie die Badezone darauf, wie viele Wasserpflanzen und Algen im Wasser sind. Sind es zu viele, könnten sich kleine Kinder hier schnell verfangen. Auch behindern zu viele Algen die Sichttiefe des Wassers - ein Ertrinkender wäre schlecht zu sehen. Zudem könnten Cyanobakterien (sogenannte Blaualgen), Giftstoffe abgeben, die gesundheitsgefährdend sind.

Ein weiterer Punkt auf Helge Suhrs Liste: die Wasservögel. Denn je mehr Vögel am See sind, umso mehr Vogel-Kot gelangt ins Wasser und damit auch Darmbakterien, die Durchfall und Erbrechen verursachen können. Durch Vogel-Kot können auch die Larven (Zerkarien) der Saugwürmer eingebracht werden, welche zur Badedermatitis führen können.

Beim Rundgang um den See schaut sich die Gesundheitsmanagerin dann noch die Müllentsorgung an: Sind alle Behälter mit einem Deckel verschlossen? „Steht der Müll offen herum, lockt dies direkt Wespen und andere Tiere an“, erklärt Suhr, warum sie auch hierauf ein Auge hat. Auch überprüft sie, ob es Zuläufe zum See gibt, etwa Regen- und Abwassereinleitungen oder Abschwemmungen von landwirtschaftlichen Flächen. Denn auch diese könnten die Wasserqualität negativ beeinträchtigen.

Die Wasserproben für die mikrobiologische Untersuchung des Wassers entnimmt Suhr allerdings nicht selbst. Hierfür beauftragt die Stadt Hörstel ein externes Labor, das die Ergebnisse dann dem Gesundheitsamt übermittelt.

Die Ergebnisse der Wasserproben werden auf den Internetseiten des Landesministeriums für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz unter www.badegewaesser.nrw.de veröffentlicht. Hier können Interessierte auch nachlesen, welche Wasserqualität die Buddenkuhle Ladbergen hat, die auch vom Gesundheitsamt Kreis Steinfurt kontrolliert wird. Beide Seen – Buddenkuhle und der Torfmoorsee - besitzen demnach eine ausgezeichnete Wasserqualität.

Kontrolliert werden diese zwei Seen vom Gesundheitsamt Kreis Steinfurt, da sie unter die sogenannte EG-Badegewässerrichtlinie fallen, für die der Kreis zuständig ist. Zu den EG-Badegewässern zählen die Gewässer, in denen das Baden durch die Überwachungsbehörden ausdrücklich gestattet wird und bei denen mit einer großen Zahl von Badenden zu rechnen ist. In NRW wird die Qualität der EG-Badegewässer regelmäßig während der Badesaison (in der Regel in der Zeit vom 15. Mai bis 15. September) durch die Gesundheitsämter überwacht.

Helge Suhr ist nach ihrer Kontrolle beim Torfmoorsee zufrieden. Sie sagt: „Für mich ist es ein Erfolg, wenn ich sehe, dass die gesetzlichen Vorgaben umgesetzt und auch verstanden werden. Dabei helfe ich gerne. Denn letztlich haben die Betreiber und das Gesundheitsamt Kreis Steinfurt, für das ich hier bin, doch ein gemeinsames Ziel: Den Bürgerinnen und Bürgern soll es beim Baden am See gut gehen.“

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