Hektometerstein an der Radbahn
Ersatz für alten Stumpen

Burgsteinfurt -

Ehemalige Eisenbahner und Heimatfreunde haben dafür gesorgt, dass ein alter Hektometerstein an der Radbahn ersetzt wird.

Sonntag, 26.07.2015, 14:07 Uhr

„Der Herzenswunsch von meinem Mann ging in Erfüllung“, sagte erleichtert Erika Alfers und schenkte Erwin Alfers (l.), Richard Raue und Hans Knöpker (r.) ein Schnäpschen ein.
„Der Herzenswunsch von meinem Mann ging in Erfüllung“, sagte erleichtert Erika Alfers und schenkte Erwin Alfers (l.), Richard Raue und Hans Knöpker (r.) ein Schnäpschen ein. Foto: Hermann-Josef Pape

Bei der Kilometrierung der Strecke war zum Bedauern der Radbahn-Freunde der defekte Hektometerstein 84,8 in Höhe der Horstmarer Straße nicht ausgetauscht worden. Er lag zuletzt umgestürzt an der Böschung. Wiederholt wurde der ehemalige Eisenbahner Erwin Alfers von Radfahrern und Spaziergängern angesprochen, warum der alte beschädigte Stumpen beim Ausbau der Radbahn nicht erneuert worden war.

Das ließ den Heimatfreund nicht ruhen. Er sprach mit Richard Raue aus Schöppingen, der sich bisher um die Komplettierung der Hektometersteine gekümmert hatte. Beide waren sich einig, diesen Stein zu erneuern und holten sich für diese Aktion Hans Knöpker mit ins Boot. Raue fertigte die Modellschalung für den Sockel und den Stein, um den Markierungsklotz in Beton nach den Maßen der Dienstvorschrift der Deutschen Bahn zu gießen. Der 90 Kilogramm schwere Stein wurde nun in den vorgefertigten Sockel gehievt. Dem Bahnrelikt gaben die Akteure einen weißen Anstrich und Raue trug an Ort und Stelle die Normzahlen 84,8 der Bahn AG auf. Die Kosten bezahlen die Heimatfreunde aus eigener Tasche.

Übrigens weisen die Steine auf die Entfernung der ehemaligen Bahnstrecke von Oberhausen-Quakenbrück hin. Da viele Steine im 100-Meter-Abstand gesetzt sind, wird für diese die Bezeichnung Hektometerstein verwendet. Ähnlich wie die historischen Postmeilensäulen dienten die Hektometersteine zu Bahnzeiten den Lokführern zur Orientierung. Mit Hilfe der Kilometrierung ist es heute auf der beliebten Radstrecke möglich, einen beliebigen Punkt eindeutig in seiner Lage zu bestimmen. Auf diese Weise können Streckendistanzen ermittelt werden oder Unfallstellen genau lokalisiert werden.

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