Chefermittler sagt vor Gericht aus
Stiftskreuz für 150 000 Euro verkauft?

Steinfurt -

Ob es eine Chance gibt, das Stiftskreuz heil zurück nach Borghorst zu bringen? Auch der Prozesstag am Mittwoch gegen die drei mutmaßlichen Diebe des Reliquiars brachte keine Antwort auf diese Frage.

Donnerstag, 10.09.2015, 01:09 Uhr

Chefermittler sagt vor Gericht aus : Stiftskreuz für 150 000 Euro verkauft?
Momentaufnahme aus der Gerichtsverhandlung (Archivbild). Foto: Gudrun Niewöhner

Die beiden 31 und der 25 Jahre alte Angeklagte schweigen weiterhin . Was Grund zur Hoffnung geben könnte: Keiner der Zeugen berichtete von der Zerstörung des Kreuzes.

Weil er Angst vor den Familienclans der Verdächtigen hat, ließ sich ein Mann, dem das Stiftskreuz von zwei der drei Verdächtigen angeboten worden sein soll, von einem Polizisten aus Greven befragen. Der geforderte Kaufpreis soll demnach 400 000 Euro betragen haben.

Der Unbekannte will aber abgelehnt haben. Dass er überhaupt aussagte, begründete er damit, dass er fast zwei Jahre nach der Tat nicht mehr eindeutig identifiziert werden könne. Inzwischen, so seine Aussage, soll das Kreuz für 150 000 Euro an den Mann gebracht worden sein.

Am Mittwoch saß der Chefermittler der Steinfurter Kreispolizeibehörde für mehrere Stunden im Zeugenstand. 15 000 Euro soll jeder der Tatverdächtigen für den Diebstahl bekommen haben, so die Darstellung eines seiner Informanten. Ob dafür tatsächlich eine neue Küche und eine Polstergarnitur gekauft wurden, hatten die Beamten nicht recherchiert.

Der 57-jährige Polizist hatte aber eine Erklärung dafür, warum die mutmaßlichen Täter aus Bremen ausgerechnet im Münsterland gelandet waren. „Der Kontakt könnte über Ochtrup zustande gekommen sein“, so der Beamte. In der Nachbarstadt hätten Verwandte gewohnt.

Zum Ende seiner Aussage wurde es für den Polizisten noch ziemlich ungemütlich auf seinem Stuhl. Er musste nämlich gerade den Verteidigern erklären, warum er einen Kollegen als „Prozessbeobachter“ nach Münster abkommandiert hatte.

Die Rechtsanwälte wollten es kaum glauben, dass der Beamte in der Dienststelle nicht über Inhalte der Verhandlung berichtet hat.

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