Wirtschaftsforum
Erfolgsfaktor Kommunikation

Steinfurt -

„Wir müssen nicht ständig danach fragen, was die Stadt tun kann, sondern uns fragen, was wir für die Stadt tun können.“ Mit diesem an John F. Kennedy angelehnten Satz wirbt Oliver Palstring für die Einrichtung eines stadtteilübergreifenden Wirtschaftsforums. Der Vorsitzende der Gewerbegemeinschaft Sonnenschein sieht in dem Zusammenschluss von Wirtschaft, Handel und Industrie viel Potenzial, Steinfurt als Marke nach vorne zu bringen.

Freitag, 18.09.2015, 19:09 Uhr

Oliver Palstring zeigt auf dem Bildschirm, wie das Netzwerk Wirtschaftsforum Steinfurt funktionieren kann. Der 41-jährige Unternehmer macht sich stark für einen stadtteilübergreifenden Zusammenschluss von Wirtschaft, Handel und Industrie.
Oliver Palstring zeigt auf dem Bildschirm, wie das Netzwerk Wirtschaftsforum Steinfurt funktionieren kann. Der 41-jährige Unternehmer macht sich stark für einen stadtteilübergreifenden Zusammenschluss von Wirtschaft, Handel und Industrie. Foto: Drunkenmölle

Das ist kein Satz, den Oliver Palstring einfach nur dahersagt, weil er so gut klingt. Nein, der 41-Jährige, seit Februar Vorsitzender der Gewerbegemeinschaft Sonnenschein, meint es ernst, wenn er Gewerbetreibende, Einzelhändler und alle, die in Wirtschaft und Industrie Verantwortung tragen, zu mehr Einsatz auffordert, Steinfurt nach vorne zu bringen. „Wir müssen nicht ständig danach fragen, was die Stadt tun kann, sondern uns fragen, was wir für die Stadt tun können“, redet Palstring auf den unterschiedlichsten Veranstaltungen seinen Zuhörern ins Gewissen, verkrustete Strukturen aufzubrechen. Palstring strebt ein „ Wirtschaftsforum Steinfurt“ an. Idee ist es, eine Plattform für ein Netzwerk zu schaffen, in dem sich Menschen aus den unterschiedlichsten Bereichen zusammenfinden, um das Leben, Arbeiten und Wirtschaften in Steinfurt zu verbessern. Eine Plattform, davon ist Palstring überzeugt, von der nicht nur jeder einzelne, der mitmacht, sondern das gesamte Gemeinwesen profitiert.

„Meine Generation sieht vieles anders als die meiner Eltern“, macht sich Pal­string für ein Umdenken stark, mit dem er bei seiner Wahl zum Vorsitzenden bereits die Mitglieder der Gewerbegemeinschaft Sonnenschein überzeugen konnte. „Es gibt so viel Potenzial für gemeinsame Ziele, aber zu wenig Koordination, die Wege gemeinsam zu beschreiten“, sieht Palstring im Aufbau eines Wirtschaftsforums die Möglichkeit, Menschen und ihre Ideen unter einem Dach zu vernetzen. „Chancen können besser genutzt und Risiken verringert werden“, streckt der 41-Jährige seine offene Hand jedem aus, der bereit ist, nicht nur über Fortschritt zu reden, sondern den Worten auch Taten folgen zu lassen.

Pal­string spricht dabei nicht von Borghorst und Burgsteinfurt. Palstring spricht immer über Steinfurt. Die Unterschiede spielen seiner Meinung nach keine Rolle mehr: „Die Probleme beschäftigen beide Stadtteile gleichermaßen“, weshalb sich Palstring dafür einsetzt, ein von Gewerbe- und Werbegemeinschaften, Wirtschaftsförderung und Arbeitskreisen, Kultur- und Bildungsträgern gemeinsam getragenes Netzwerk zu bilden. „Kommunikation ist der Erfolgsfaktor Nummer eins, was Netzwerke leisten.“

Palstring betont, dass das Wirtschaftsforum kein Verein mit herkömmlichen Strukturen, sondern vielmehr eine Interessengemeinschaft sein soll, die alle Kräfte der lokalen Wirtschaft bündelt und das gegenseitige Kennenlernen, das Wir-Gefühl und vor allem den Austausch von Wissen und Erfahrung sowie den Ausbau gesellschaftlicher Kontakte fördert. Nur so könnten Strategien entwickelt werden, die den Standort Steinfurt stärken und attraktiver machen.

Die Vorstandsarbeit soll nach dem Rotationsprinzip verteilt werden. Arbeitskreise, so Palstrings Vorstellung, könnten sich mit verschiedenen Themen der Stadtentwicklung auseinandersetzen. Regelmäßige Treffen, Vorträge, Betriebsbesichtigungen könnten die Beteiligten näherbringen, Unternehmer- und Ausbildungsförderpreise, Nachwuchs- und Ausbildungsmessen könnten dazu beitragen, dass das Image der Stadt verbessert wird. Auf jeden Fall möchte Palstring sich dafür einsetzen, den „Bagno-Markt“, die Steinfurter Wirtschaftsmesse, wieder aufzulegen: „Die direkte gemeinsame Verbindung kann nicht perfekter sein als mit dem über die Landesgrenzen hinaus bekanntem Bagno.“

„Die Innenstädte sind interessanter als man meint“, verweist Palstring noch auf zwei Beispiele, dass man in Steinfurt den Kopf nicht in den Sand stecken muss. Die beiden Show- und Verkaufsräume, die sowohl sein Unternehmen als auch der im Sonnenschein benachbarte Raumgestalter Hinsenkamp in der Burgsteinfurter Innenstadt geschaffen haben, würden beweisen, dass es durchaus Möglichkeiten gibt, mit neuen Ideen neue Kunden zu gewinnen und neues Leben in die Ortskerne zu bringen.

Palstring will für ein Wirtschaftsforum bis Ende des Jahres weiter die Werbetrommeln rühren. Anfang 2017 hofft er, dass die Bereitschaft geweckt ist, umzudenken und nicht länger danach zu fragen, was die Stadt für die Bürger tun kann, sondern darüber nachzudenken, was jeder für die Stadt tun kann.

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