Sexuelle Nötigung und vorsätzliche Körperverletzung
30-Jähriger geht drei Jahre ins Gefängnis

Burgsteinfurt -

Das Schöffengericht Rheine hat einen 30-jährigen Asylbewerber, der seit gut einem halben Jahr in Burgsteinfurt lebt, zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Der Mann musst sich wegen sexueller Nötigung und vorsätzlicher Körperverletzung vor Gericht verantworten.

Sonntag, 14.02.2016, 16:02 Uhr

Seit gut sechs Monaten lebt er in Burgsteinfurt. Und in dieser Zeit ist der Asylbewerber aus Algerien schon zum zweiten Mal vom Schöffengericht Rheine zu einer Freiheitsstrafe ohne Bewährung verurteilt worden – diesesmal wegen sexueller Nötigung und vorsätzlicher Körperverletzung zu drei Jahren Gefängnis.

Laut Anklage soll der Mann am 1. November vergangenen Jahres eine 20-jährige Auszubildende vom Hauptbahnhof Münster durch ein Parkhaus verfolgt, gegen den Zaun der angrenzenden LZB-Bank gepresst und sich an ihr gerieben haben. Mit einem Würgegriff, so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft, habe er sie dabei in Schach gehalten.

Der Angeklagte widersprach zunächst und bezeichnete das Opfer als Kind, das sich ihm genähert habe. „Ich bin seit 13 Jahren in Europa und habe mir nie etwas zuschulden kommen lassen“, behauptete er Erst als sein Anwalt ihn an das Gespräch mit ihm in der JVA Münster erinnerte, räumte er die Vorwürfe ein. Damit hatte er dem 20-jährigen Opfer die Anhörung vor Gericht erspart.

Als Zeuge wurde allerdings ein 29-jähriger Student gehört: „Ich fuhr mit dem Rad an ihnen vorbei und wunderte mich über das Verhalten des seltsamen Paares. Als die Frau mich sah, rief sie um Hilfe.“ Er habe den Mann daraufhin aufgefordert, zu verschwinden. Erst als er vor ihm stand, habe der 30-Jährige von der Frau abgelassen und sei geflüchtet. „Das Mädchen war am Boden zerstört“, beschrieb der Student die Situation. Er habe die Polizei gerufen. Von einer Verfolgung habe man ihm aber abgeraten. Aufgrund seiner Beschreibung sei es den Beamten kurze Zeit später gelungen, den Verdächtigen zu fassen.

Dass der Asylbewerber der Frau mit seinem Geständnis die Aussage erspart hat, ist zu seinen Gunsten bewertet worden. Erheblich strafverschärfend hat sich allerdings ausgewirkt, mit welcher Brutalität der Mann die Tat offenbar verübt hat. Ohne das Eingreifen des Studenten wäre vielleicht noch viel Schlimmeres passiert, sagte der Staatsanwalt. Er bedankte sich bei dem Helfer für die Zivilcourage, „die nicht selbstverständlich ist“.

Der Algerier war erst am 17. Dezember 2015 in Rheine wegen versuchten Raubes und elf Diebstählen in der Westfalen-Tankstelle in Burgsteinfurt zu einem Jahr ohne Bewährung verurteilt worden (unsere Zeitung berichtete). Dieses Urteil ist bei der Bemessung des neuen Strafmaßes einbezogen worden.

Im Zuhörerraum haben die Angehörigen des Mädchens das Urteilt mit Erleichterung aufgenommen. Das Opfer hatte vor der Tür des Saales gewartet. Die 20-Jährige sei in psychotherapeutischer Behandlung, wie ihre Anwältin erklärte. Sie betonte: „Am schlimmsten war für sie die Todesangst, als der Angeklagte sie würgte.“

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