Direktversicherungsgeschädigte wehren sich
Ungerechte Betriebsrente: Die Wut wächst

Kreis Steinfurt -

Auf die Betriebsrente Beiträge für die Kranken- und Pflegeversicherung bezahlen, obwohl schon auf die Beträge Sozialabgaben erhoben wurden – das wollen viele Betroffene sich nicht gefallen lassen. Im Verein der Direktversicherungsgeschädigten haben sie sich organisiert und machen Druck auf die Politik.

Dienstag, 17.05.2016, 16:05 Uhr

Mit Infoständen  wie diesem wollen die DVGler auf ihr Anliegen aufmerksam machen.
Mit Infoständen  wie diesem wollen die DVGler auf ihr Anliegen aufmerksam machen.

Der Verein der Direktversicherungsgeschädigten (DVG e..V., www.dvg-ev.org) ist eine Interessengemeinschaft von Direktversicherten. Sie fühlen sich ungerecht behandelt durch das 2003 von der rot-grünen Bundesregierung beschlossene GMG (Gesundheitsmodernisierungsgesetz). Damals wurde ohne große öffentliche Diskussion beschlossen, dass Direktversicherungsverträge künftig sozialabgabenpflichtig sind, also Krankenkassenbeiträge und Pflegeversicherungsbeiträge auf die Auszahlungen zu entrichten sind – obwohl schon auf die Versicherungsbeiträge Sozialabgaben gezahlt wurden. Bei Vertragsabschluss war davon nie die Rede und die Betroffenen wurden nie über die Neuerung aufgeklärt. Viele merken erst, wenn ihr Vertrag fällig wird, dass sie rund 18 Prozent weniger bekommen, als sie erwartet hatten.

Darüber hinaus will der Verein nach eigenen Aussagen ebenfalls die junge Generation vor den Fallen einer derartigen Versicherung warnen, da leider bis heute noch häufig lediglich sehr karge – und zum Teil versteckt angebrachte – Informationen versicherungs- und arbeitgeberseitig an die Interessenten gegeben würden, die verantwortungsbewusst in Eigeninitiative etwas für ihre immer fragwürdigere Altersvorsorge zu tun gedenken.

Der inzwischen gebildete „DVG Stammtisch Region Nord-NRW / Süd-Niedersachsen“ hat sich entschlossen, eine Info-Veranstaltung und Aufklärungskampagne zu starten. Die erste Aktion fand am 11. Mai in Ibbenbüren anlässlich des Wochenmarktes mit einem DVG-Info-Stand statt. Fünf Mitglieder des Stammtisches stellten die Standbesatzung dar, die mit reichlich Informationsmaterial und Kompetenz ausgestattet Auskunft zu den zahlreichen Fragen geben konnte.

Informationshungrige gab es vom Gymnasiasten bis zum 80-jährigen, diese teils aus grundsätzlichem Interesse oder aber, auch um Kinder bzw. Enkel entsprechend über die derzeitige Situation aufzuklären. Auch eine Reihe leidvoll Betroffener, die nichtsahnend 25 bis 35 Jahre ihr eigen verdientes Geld (Entgeltumwandlung) sparten – für eine „gute Sache“ wie sie meinten, da es ihnen ja auch so seinerzeit vom Gesetzgeber suggeriert wurde – sprachen ihre Enttäuschung über die Politiker aus. Wut und Empörung würden sich in einem entsprechenden zukünftigen Wahlverhalten widerspiegeln, kündigten sie als ihre Reaktion darauf an. Zu dem Thema „Doppelverbeitragung“ erfolgte ein Beitrag am heutigen 18. Mai um 21.45 Uhr, in der Sendung „Plusminus“ (ARD).

Viele suchten Hilfe und überlegen einen Beitritt in den Verein. Die Erfahrung, dass noch enormer Aufklärungsbedarf bei Betroffenen besteht – es sind immerhin ca. 8 Millionen – hat das Team zu der Entscheidung veranlasst, derartige Aktionen an weiteren Orten in der Region zu veranstalten.

Es habe sich aber auch gezeigt, dass ebenfalls zahlreiche Politiker sich nicht über die Konsequenzen der Auslegung des 2003 beschlossenen Gesetzes im Klaren sind. Auch hier strebt der Verein an, umgehend für Abhilfe zu sorgen mit dem Ziel, dass aus neuem Bewusstsein auch eine dringend erforderliche Korrektur erfolgt.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4011302?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F186%2F4852155%2F4852163%2F
Grippe-Hochsaison steht bevor: Impfung empfohlen
Weil sich der Erreger von Jahr zu Jahr ändert, sollte die Schutzimpfung alle Jahre wieder im Herbst wiederholt werden.
Nachrichten-Ticker