Tierischer Zuwachs im Kindergarten Hollich
Gackernde Hühner von Norbert

Burgsteinfurt -

Der Kindergarten Hollich hat tierischen Zuwachs bekommen. Brauni und Federchen, zwei gackernde Hühner, sind die neuen Lieblinge der Kids.

Mittwoch, 25.05.2016, 16:05 Uhr

Kindergartenleiterin Ilona Klement hat das zutrauliche Brauni auf dem Arm genommen. Leonas und Nora schauen dem Huhn neugierig zu, wie es seine Körner pickt.
Kindergartenleiterin Ilona Klement hat das zutrauliche Brauni auf dem Arm genommen. Leonas und Nora schauen dem Huhn neugierig zu, wie es seine Körner pickt. Foto: Drunkenmölle

Gott sei Dank haben die beiden in ihrem Stall eine kleine Kuschelecke, in die sie sich zurückziehen und sich vor allzu neugierigen Blicken und gut gemeinten Streicheleinheiten schützen können. Am liebsten würden die Mädchen und Jungen im Kindergarten Hollich Federchen und Brauni nämlich wohl rund um die Uhr knuddeln und ihnen über das flauschige weiße beziehungsweise braune Federkleid streichen. „Aber“, so KiTa-Leiterin Ilona Klement , „die Kinder müssen auch lernen, dass Tiere Rückzugsräume brauchen. Das hat Norbert auch gesagt.“

Norbert? Das ist Norbert Kock. Der fahrende Obst- und Gemüsehändler kommt mit seinem Lieferwagen immer dienstags von Ostbevern-Brock nach Burgsteinfurt. Er hat die Hollicher Kinder ins Herz geschlossen. Sie sind seine Stammkunden. Er ist ihr Lieblingsverkäufer. Und beim ihm lernen die Kids schon in jungen Jahren, worauf man beim Einkauf alles achten muss. Und weil Norbert nicht nur ein Kinder-, sondern auch ein großer Tierfreund ist, hat der den Mädchen und Jungen Federchen und Brauni inklusive eines passenden Hühnerstalls mit allem drum und dran geschenkt.

Klar, bei dem einen oder anderen Steppke hat es unmittelbar nach dem Einzug noch Berührungsängste gegeben. Mittlerweile sind Federchen und Brauni aber zu den Lieblingen der 46 Mädchen und Jungen geworden. Und das finden die Erzieherinnen und Eltern besonders gut. Denn die Einrichtung, deren Bestand vor ein paar Jahren noch gefährdet war (schließlich wurde der Sellener Kindergarten geschlossen), hat sich mittlerweile als Naturkindergarten etabliert und erfreut sich, trotz des Standorts im Außenbereich, einer steigender Nachfrage von Eltern, die für ihre Kinder eine gute Betreuung suchen.

So passen die beiden tierischen Artgenossen perfekt in das pädagogische Konzept der Kita, damit die Kinder die Kreisläufe und Zusammenhänge des Lebens kennenlernen. Sie sollen immer wieder neu entdecken, wie bedeutend und wertvoll der Schutz von Natur und Umwelt ist. „Nur was ich kenne und liebe, schütze ich“, begründet Klement die Entscheidung, die Hühnerhaltung in den Kindergartenalltag zu integrieren.

So lernen die Kinder, wie sich die Hühner verhalten, wann sie gackern, warum sie so gerne mit ihren Krallen über den Boden scharren, welche Körner sie am liebsten picken und warum sie eigentlich weiße oder braune Eier legen. Vor allem, und das ist Ilona Klement wichtig, lernen sie, Respekt vor den Kreaturen zu bekommen, Verantwortung zu übernehmen, sich zu kümmern und selbstständiger zu werden. „Wenn ihre Neugier geweckt wird und Kinder sich für etwas interessieren, dann lernen sie etwas“, ist Klement überzeugt, dass die Nutz-Tiere für die Betreuungsarbeit mehrfachen Nutzen bringen. Was übrigens auch Norbert ohne Wenn und Aber unterstützt. Er ist am nächsten Dienstag wieder da, mit frischem Obst und vielen Tipps, was man von Federchen und Brauni noch alles lernen und wie man die Eierproduktion vielleicht sogar noch steigern kann.

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