Fastenbrechen in Türkisch-Islamischer Moschee in Burgsteinfurt
Gemeinden pflegen ihre Kontakte

Burgsteinfurt -

Vertreter der Stadt Steinfurt und der örtlichen Kirchengemeinden, allen voran Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer, Pfarrer Markus Dördelmann und Pfarrer Hans-Peter Marker sind am Freitagabend einer Einladung der Türkisch-Islamischen Union zum Fastenbrechen mit den muslimischen Bürgern in der Moschee an der Ochtruper Straße gefolgt. Die Moscheeküche hatte dazu schmackhafte Speisen zubreitet.

Sonntag, 12.06.2016, 15:06 Uhr

Viele Bürger waren er Einladung zum Fastenbrechen gefolgt. Der neue Gemeindevorsteher Kocöz Senol freute sich auch darüber, dass Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer und die Erste Beigeordnete Maria Lindemann gekommen waren.
Viele Bürger waren er Einladung zum Fastenbrechen gefolgt. Der neue Gemeindevorsteher Kocöz Senol freute sich auch darüber, dass Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer und die Erste Beigeordnete Maria Lindemann gekommen waren. Foto: Rainer Nix

Vertreter der Stadt Steinfurt und der örtlichen Kirchengemeinden, allen voran Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer , Pfarrer Markus Dördelmann und Pfarrer Hans-Peter Marker , sind am Freitagabend einer Einladung der Türkisch-Islamischen Union in die Moschee an der Ochtruper Straße zum Fastenbrechen mit den muslimischen Bürgern gefolgt. Die Moscheeküche hatte dazu schmackhafte Speisen zubreitet, die gemeinsam verzehrt wurden. Alle Bürger waren willkommen.

Am 6. Juni hat der „Ramadan“ und somit der Fastenmonat begonnen, in der gläubige Muslime von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang weder essen noch trinken. Es gibt jedoch Ausnahmen, wie der neue Gemeindevorsteher Kocöz Senol in einem Gespräch erläutere. „Der Koran lässt uns Möglichkeiten offen“, sagte er. Wer krank ist und beispielsweise regelmäßig Medikamente einnehmen muss, ist vom Fasten befreit. Das gilt auch für Schwangere. „Jeder gesunde Muslim sollte am Fasten teilnehmen“, erklärte Senol, letztlich sei das aber jedem selbst überlassen.

Wenn das Fasten für schwer körperlich Arbeitende zur Qual werde, so müsse es ebenfalls nicht eingehalten werden. An jedem Abend des Ramadan sorgen Familien abwechselnd für ein Abendessen, zu dem jeder sich eingeladen fühlen darf.

„Für mich ist es eine sehr große Ehre, heute hier sein zu dürfen“, sagte Bürgermeisterin Bögel-Hoyer, „ich weiß wie wichtig es für unsere muslimischen Mitbürger ist, dass Fastenbrechen zu zelebrieren“. Ebenso empfand sie es als hochinteressant, vor dem Essen dem Gebet in der Moschee beigewohnt zu haben. „Gerade in der heutigen Zeit ist es wichtig, dass wir auch hier vor Ort einen Schulterschluss bilden.“

Ebenso folgten die Pfarrer Dördelmann und Marker der Einladung gern. In Steinfurt von einem offiziellen Dialog zwischen der christlichen Kirche und den Muslimen zu sprechen, hält Dördelmann allerdings für verfrüht. „Wir kennen uns und haben gute Kontakte untereinander“, so der Kreisdechant. „Der Dialog wird auf jeden Fall entwickelt“, betonte er. Jetzt, wo die politischen Beziehungen zunehmend schwieriger würden, mache das auch ganz viel Sinn, so Dördelmann mit Blick auf die Spannungen zwischen Ankara und Berlin. Deshalb müsse man hier ein gutes Klima bewahren und dürfe sich nicht von politischen Parolen leiten lassen. „Ich betrachte mit Sorge, wie die Töne in der Politik rauer werden“, sagte der Pfarrer, „gerade deshalb ist es für mich wichtig, heute dabei zu sein, den guten Willen zur Verständigung zu demonstrieren und im Gespräch zu bleiben.“ Gemeindevorsteher Senol freute sich, dass so viele Menschen der Einladung gefolgt waren.

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