Verhandlung vor dem Schöffengericht
Richter lässt noch einmal Gnade ergehen

Steinfurt / Rheine -

Ohne das genaue Strafmaß festgelegt zu haben, hat das Jugendschöffengericht Rheine einen mittlerweile 18-jähriger Mann wegen drei Diebstählen und Unfallflucht schuldig gesprochen. Diese Maßnahme gibt es nur im Jugendstrafrecht.

Dienstag, 19.07.2016, 15:07 Uhr

Ohne das genaue Strafmaß festgelegt zu haben, hat das Jugendschöffengericht Rheine einen mittlerweile 18-jähriger Mann wegen drei Diebstählen und Unfallflucht schuldig gesprochen. Diese Maßnahme gibt es nur im Jugendstrafrecht. Verhält sich der junge Mann danach straffrei und erfüllt die Bewährungsauflagen, erlischt seine Schuld nach der vom Richter festgelegten Bewährungszeit. Nun war der Steinfurter aber innerhalb der Bewährungszeit vom Amtsgericht Steinfurt wegen Computerbetrugs zu drei Monaten mit Bewährung verurteilt worden, weshalb es zu einem sogenannten Nachtragsverfahren gekommen ist Die vorausgegangenen Straftaten, die er mit 16 begangen hatte und wegen seines jugendlichen Alters unter Ausschluss der Öffentlichkeit verhandelt worden waren, kamen wieder aufs Trapez. Mit acht Monaten auf Bewährung wegen Diebstahls in drei Fällen und Unfallflucht hatte er noch einmal Glück, denn „Bewährungsversager gehören eigentlich ins Gefängnis“, wie der Richter unmissverständlich erklärte.

Aber weil er inzwischen eine feste Arbeit und Freundin hat, auf Wohnungssuche ist und scheinbar die Verantwortung für sein Leben übernommen hat, ließ der Richter Gnade vor Recht ergehen. „Bei der nächsten Tat sind Sie im Knast“, zeigte er ihm klare Konsequenzen auf. Das hätte auch schief gehen können. Der Angeklagte gesagt: „Ich habe die vorherigen Taten aus Geldnot begangen.“ Jetzt habe er ein Einkommen. Er hatte im Vorfeld bei seinem Verteidiger und bei der Jugendgerichtshilfe kräftig um ein besseres Ansehen und damit seine Freiheit gekämpft, was sich bei Gericht ausgezahlt hat. Beide Seiten legten ein gutes Wort für ihn ein.

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