Brand einer Windkraftanlage
Zum Zugucken verdammt

Steinfurt -

In Deutschland hat es in diesem Jahr bislang sieben Brände von Windkraftanlagen gegeben – sagt das Internet-Lexikon Wikipedia. Das jüngste Unglück ereignete sich im nahen Isselburg . In Steinfurt, sagt Stadtbrandinspektor Dirk Telgmann, hat es bislang noch kein solches Feuer gegeben.

Dienstag, 06.09.2016, 19:09 Uhr

So einen Brand eines Windrades hat es in Steinfurt noch nicht gegeben. Im Ernstfall kann die Feuerwehr so gut wie nichts tun.
So einen Brand eines Windrades hat es in Steinfurt noch nicht gegeben. Im Ernstfall kann die Feuerwehr so gut wie nichts tun. Foto: Sebastian Renzel

Zum Glück. Denn zu löschen gibt es da nichts. „Das einzige, das wir machen können, ist weiträumig abzusperren“, muss der Feuerwehrchef einräumen. „Unsere Drehleiter ist gerade mal 30 Meter hoch.“ Die Naben der modernen Windmühlen hängen in 150 Meter Höhe. Da ist an einen Löschangriff gar nicht zu denken.

Mit diesem Verdammt sein zum Däumchendrehen, steht die Steinfurter Wehr natürlich nicht alleine da. Landauf, landab, so Dirk Telgmann , gebe es keine Technik, mit der derartige Brände wirksam bekämpft werden können. Darum, so der Stadtbrandinspektor, ständen die Windräder auch abseits der Wohnbebauung. So würden herabstürzende Rotorteile auch keinen Schaden anrichten können. Im schlimmsten Fall einen Feldbrand auslösen. Aber dafür ist dann ja wieder die Feuerwehr da.

Photovoltaikanlagen auf Bauernhofdächern, die zweite weit verbreitete alternative Energieform, ist nicht ganz so problematisch wie Windräder. Im Falle eines Falles stellen sie die Feuerwehrmänner aber auch vor Probleme. Freilich ganz anderer Art. Wasser und Strom gehen bekanntlich nicht gut zusammen. Und da die Paneele mächtig unter Spannung stehen können, müssen die Wehrmänner höllisch aufpassen, nicht vom Schlag getroffen zu werden. „In der Nacht genügen schon die kräftigen Strahler an unseren Einsatzfahrzeugen und die Anlagen fangen wieder an, Strom in den Kollektoren zu produzieren“, weiß Telgmann.

Die Feuerwehr stellt sich auf solche Szenarien ein und übt das Abschalten. Dafür gibt es spezielle Schalter. Was Dirk Telgmann allerdings bemängelt: „Es gibt keine einheitliche Ausführung.“ Sie könnten von Anlage zu Anlage unterschiedlich ausfallen, was im Notfall natürlich zu Schwierigkeiten führen könne.

Dafür gibt es unter anderem die Begehungen im Rahmen des vorbeugenden Brandschutzes. Die sind Pflicht bei Gewerbebetrieben, also auch bei bewirtschafteten Bauernhöfen. Und dabei wird in den Unterlagen genau erfasst, was dort für eine Anlage auf dem Dach Strom liefert. Diese Informationen sind bei einem Brand für die Wehrmänner abrufbar und erleichtern damit die gefährliche Arbeit vor Ort.

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