Kombination aus Orgel- und Trompetenmusik mit Hüsch-Texten
Beflügelnde Alltagsphilosophie

Burgsteinfurt -

Lieder und Texte lockten am Sonntag zahlreiche Besucher in die Große Kirche.

Montag, 12.09.2016, 16:09 Uhr

Gut gefüllt waren die Bänke in der evangelischen Großen Kirche beim gemeinsamen Konzert von Simone und Raimund Schnaars sowie Rolf Krebs.
Gut gefüllt waren die Bänke in der evangelischen Großen Kirche beim gemeinsamen Konzert von Simone und Raimund Schnaars sowie Rolf Krebs. Foto: Martin Fahlbusch

„Gott sitzt in einem Kirschenbaum und ruft die Jahreszeiten weiter aus.“ So verstand der niederrheinische Kabarettist, Dichter und Menschenfreund die Zusage des Psalms 23 über die Zugewandtheit und Verlässlichkeit Gottes für den zaudernden Menschen. Eine ganz andere und zudem hochmusikalische Sicht auf Psalmen und Bibelworte haben Simone Schnaars (Orgel) und Raimund Schnaars (Trompete) während eines festlichen Konzerts in der evangelischen Großen Kirche vorgestellt, das sie zusammen mit Kirchenrat Rolf Krebs, der Texte von Hanns Dieter Hüsch und dessen Freund Pfarrer Uwe Seidel aus den späten 1990er Jahren vorgetragen hat, gestaltet haben. Und trotz des sommerlichen Wetters waren die Bänke gut gefüllt, um am Ende des Denkmaltages sich anregen zu lassen, über Sehnsucht, Unsicherheit, Leid und die Suche nach Orientierung nachzudenken.

Den musikalischen Bogen hatte das Ehepaar Schnaars interessant gespannt mit Werken für Orgel und Trompete von Giovanni Buonaventura Viviani, Henry Purcell,Georg Philipp Telemann, Felix Mendessohn-Bartholdy und dem 1957 geborenem Matthias Nagel. Insgesamt überzeugte der völlig unaufgeregt spielende Trompeter mit klarem, warmem Ton, der sich wohltuend im Kirchenraum verbreitete und auch für kleine Verzierungen und Triller stets hohe Aufmerksamkeit entwickelte. Nichts war zu spitz, schrill oder gar überblasen. Bestens begleitet wusste er sich von Simone Schnaars an der Orgel, die mit ihrem Mann die Musikstücke von der Stimmung und Aussage her auf die vorgetragenen Texte bezogen wissen wollten.

Fein registriert und die großen Bögen schlüssig darstellend dann die Organistin im Präludium und Fuge G-Dur von Johann Sebastian Bach und der ausladenden Sonate mit kleinerem Nachsatz zu „Vater unser im Himmelreich“ von Mendelssohn-Bartholdy, in dem man dessen Bach-Vorliebe bestens bemerken kann.

Mag sein, dass die Texte von Uwe Seidel theologisch etwas trittsicherer waren, aber Rolf Krebs gelang es, dem Publikum gerade das Motto des Konzertes „Ich stehe unter Gottes Schutz“ in den schwermütig-optimistischen Zeilen des praktischen Alltagsphilosophen Hüsch, beflügelt durch dessen niederrheinische Gott-, Welt- und Menschensicht, schlüssig und gewinnend zu vermitteln.

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