Manfred Pilk kennt sich aus im Münsterland
Der Routenplaner

Borghorst -

Jeden Montag zwischen März und November steigen in Borghorst 25 Herren in den Fahrradsattel und machen sich auf den Weg ins Umland. Ihre Tour ist meist um die 40 Kilometer lang. Für die Strecken verantwortlich zeichnet Manfred Pilk. Der 65-Jährige arbeitet rund 30 Routen im Jahr für die Radler-Gruppe des Männergesangvereins Borghorst aus.

Donnerstag, 15.09.2016, 15:09 Uhr

Regelmäßig rund um Borghorst unterwegs ist Manfred Pilk mit den Radlern des Männergesangvereins. Den Montagnachmittag verbringen die Herren stets im Sattel.
Regelmäßig rund um Borghorst unterwegs ist Manfred Pilk mit den Radlern des Männergesangvereins. Den Montagnachmittag verbringen die Herren stets im Sattel. Foto: Linda Braunschweig

Ums Radfahren, das ist für Manfred Pilk klar, kommt der Münsterländer ohnehin nicht drum herum. „Wir stammen ja alle noch aus einer Generation, in der man mit dem Rad zur Schule fahren musste, weil man sich kein Auto leisten konnte“, sagt Pilk. „Umso schöner ist es doch, dass das heute ein Vergnügen ist.“ Und was für eines: Zehn der Radler können auch im Winter davon nicht lassen. Sie drehen ihre Touren das ganze Jahr, zur Not mit Handschuhen und Mütze, während die übrige Gruppe sich in der kalten Jahreszeit zum Doppelkopf-Spielen trifft. „Das ist eben Münsterländer Mentalität“, sagt Pilk schmunzelnd.

Vor zwei Jahren hat der gebürtige Borghorster das Amt des Routenplaners übernommen – nachdem er bereits vier Jahrzehnte Mitglied im Männergesangverein war. Zur Radelgruppe gehört er seit 2010. Da ging der technische Angestellte einer Telgter Firma für Fensterbeschläge in den Ruhestand – und plötzlich war mehr Freizeit zu gestalten.

Die Radler sind übrigens nicht gleichzeitig auch Sangesbrüder des MGV: „Das sind alles passive Mitglieder“, verrät Pilk. Gesungen wird während der Touren deshalb eher nicht – dafür viel geschnackt. „Da geht‘s um Fußball, um Urlaubsreisen, aber auch um das, was so in Borghorst passiert, so Allerweltsthemen eben“, verrät Manfred Pilk.

Ganz nebenbei entdecken die Radler bei 15 Stundenkilometern auch immer noch etwas Neues. Ein Großteil der Tourenfahrer zwischen 64 und 79 Jahren hat inzwischen E-Bikes. „Vor ein paar Jahren war das Verhältnis noch umgekehrt“, sagt Pilk, der nicht verstehen kann, warum es um das Thema so viele Diskussionen gab. „Es ist doch eine Möglichkeit, sich auch im Alter sportlich zu betätigen, wenn man vielleicht etwas Hilfe in Form von Rückenwind braucht. Und es ist gut, sich rechtzeitig daran zu gewöhnen“, sagt Pilk.

Bei der Ausarbeitung der Strecken hilft dem Borghorster ein Navigationsprogramm. Trotzdem guckt er sich manches vor Ort an, damit die Radler keine bösen Überraschungen unterwegs erleben. Die Gruppe sei aber auch spontan, sagt Pilk, „irgendwer kennt immer noch irgendeine andere Strecke“. Der Tipp des Tourenplaners: Auf jeden Fall mal durch die Bauerschaften nach Schöppingen radeln – trotz der Steigungen – und über Eggerode wieder zurück. Pilk könnte noch viele weitere Strecken nennen. „Das Münsterland ist einfach Fahrradland“, sagt Pilk.

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