Evangelische Jugendhilfe bezieht neues Domizil mit neun Appartements
Auf dem Weg in ein selbstständiges Leben

Burgsteinfurt -

„Jeder Jugendliche sollte gesehen und geachtet werden, denn jeder hat eine Perspektive.“ Damit beschrieb am Freitag Maria Lindemann, Erste Beigeordnete der Stadt Steinfurt, die Arbeit der Evangelischen Jugendhilfe Münsterland in Steinfurt. Anlass war die Feierstunde zur Eröffnung des neuen Appartementhauses für sozialpädagogisch betreutes Wohnen der Jugendhilfe an der Bahnhofstraße 38, hinter dem Expert-Media-Park-Gebäude.

Sonntag, 02.10.2016, 08:10 Uhr

Freuen sich über das neue Zuhause: (v.l.) Karin Beckmann, Gerd Dworok, Gregor Mensing und Uwe Ganer (Jugendhilfe) mit den Bewohnern Sabrina, Jacqueline, Julia, Daniel und Jörg.
Freuen sich über das neue Zuhause: (v.l.) Karin Beckmann, Gerd Dworok, Gregor Mensing und Uwe Ganer (Jugendhilfe) mit den Bewohnern Sabrina, Jacqueline, Julia, Daniel und Jörg. Foto: lb

In der früheren Matzen- und Möbelfabrik, die später auch als Depot der Bundeswehr genutzt wurde, haben die Eigentümer – Thomas Wagner und Ansgar Balzer vom Media Park – für ihre neuen Mieter neun Einzimmer-Appartements mit Küche sowie eine Zwei-Zimmer-Wohnung eingerichtet. Schon vor wenigen Monaten haben die Bewohner ihr neues Domizil bezogen, nun ist es auch offiziell eingeweiht und von den Pfarrern Heinrich Wernsmann und Hans-Peter Marker gesegnet. Auch Jugendamtsleiterin Roswitha Reckels begrüßte das neue Konzept.

Jugendliche ab 16 Jahren und junge Erwachsene werden dort von einem neunköpfigen Team der evangelischen Jugendhilfe auf ein selbstständiges Leben vorbereitet. Wer in die Appartements einzieht, hat oft mit „lebenspraktischen Defiziten“, manchmal auch mit Suchtproblemen oder psychischen Erkrankungen zu kämpfen oder ist von Obdachlosigkeit bedroht.

Aber: Wer ein Appartement an der Bahnhofstraße 38 bezieht, ist auch auf einem guten Weg. Manche der Bewohner haben bereits eine der anderen Betreuungsformen der Jugendhilfe in Steinfurt oder im Münsterland durchlaufen, erklärt Karin Beckmann, pädagogische Leitung.

Bislang nutzte die Jugendhilfe zwei Wohnhäuser an der Ochtruper Straße für diese Betreuungsform. Weil dort allein schon wegen der räumlichen Aufteilung der Gruppencharakter im Vordergrund stand, machte man sich auf die Suche nach einer geeigneteren Lösung. Die Wohnungssuche für die jungen Klienten gestalte sich sehr schwierig, sagte Projektleiter Uwe Ganer. Deshalb sei das neue Haus für die Bewohner und das Team ein „langgehegter Wunsch“.

Bis zu 14 Stunden pro Woche werden die jungen Bewohner betreut. Eine Rufbereitschaft ist rund um die Uhr erreichbar. Die Hilfe zur Vorbereitung auf ein selbstständiges Leben ist aber viel umfassender: Daran beteiligt sind unter anderem auch das Jugendamt des Kreises Steinfurt, die Jugendwerkstatt, das Job-Center, Ärzte, die Familie, und der Landschaftsverband Westfalen-Lippe. Das Training in „alltagsähnlicher Situation“ sei wie Radfahren, so Jugendhilfe-Geschäftsführer Gerd Dworok: „Man muss das Gleichgewicht halten und nach vorne schauen, auch wenn es Gegenwind gibt.“

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