CDU Borghorst diskutiert die Leerstände in Borghorst
„Es gibt keine Patentlösung“

Borghorst -

Viel Hoffnung konnte Christian Korte den Borghorster Kaufleuten nicht machen. Schrumpfende Einwohnerzahlen, zunehmender Onlinehandel, zu kleine und zu viele leerstehende Ladenlokale, unterdurchschnittliche Kaufkraft – der Einzelhandel ist vor Ort in einen Abwärtsstrudel hineingeraten, aus dem es nur schwer ein Entrinnen gibt.

Freitag, 07.10.2016, 13:10 Uhr

Internet-Hinweise auf Geschäfte Fehlanzeige. Nur das Posthotel Riehemann ist auf diesem Abschnitt der Fußgängerzone in den einschlägigen Kartendiensten mit einem Hinweis vertreten.
Internet-Hinweise auf Geschäfte Fehlanzeige. Nur das Posthotel Riehemann ist auf diesem Abschnitt der Fußgängerzone in den einschlägigen Kartendiensten mit einem Hinweis vertreten.

Der Raumplaner der IHK Nord Westfalen, der auf Einladung der CDU Borghorst am Donnerstag im Hotel Lindenhof über die Ursachen der Ladenleerstände berichtete, konnte anhand der Rahmenbedingungen wenig Aufmunterndes verkünden. Und auch Karin Grave und Marion Niebel von der Steinfurter Marketing und Touristik, die intensiv nach Rezepten gegen die Verödung der beiden Innenstädte suchen, hatten „keine Patentlösung“, wie Marion Niebel betonte.

Gleichwohl: Ins Korn wollen die SMarT-Damen die Flinte noch lange nicht werfen. Und auch Jürgen Marquard als CDU-Vorsitzender zeigte sich trotzig: „Ich will mich einfach nicht damit abfinden.“

Marion Niebel und ihre Kolleginnen sehen insbesondere in der oberen Münsterstraße, die von der Nähe zum BWS-Zentrum profitiert, wie auch Christian Korte festgestellt hatte, gute Chancen, noch etwas für einen florierenden Handel zu bewegen. Viele sogenannte weiche Faktoren sprechen dafür: „Es gibt eine gute Kooperation mit der Werbegemeinschaft, flexible Immobilieneigentümer und zahlreiche Aktionen, die zur Belebung der Innenstadt beitragen“, erläuterte die SMarT-Geschäftsführerin.

Für Hilfen, die Referent Christian Korte angeführt hatte, fehlt in Steinfurt oftmals das Geld, wie zum Beispiel für einen Fonds zur Pflege der Immobilien. Der IHK-Vertreter regte die Gründung einer Gemeinschaft von Kaufleuten und Immobilieneigentümern an, um die Fußgängerzone wie ein Einkaufszentrum zu managen. Erste Versuche dazu hat es in Borghorst gegeben.

Aus der Versammlung gab es zahlreiche Anregungen, Borghorst als Einkaufsort wieder attraktiv zu machen: Einheitliche Öffnungszeiten – auch hier hat es diverse Anläufe gegeben, ohne zufriedenstellendes Ergebnis. Steinfurt ist da allerdings kein Einzelfall. „Ich kenne keine Stadt, wo das funktioniert“, betonte Christian Korte.

Bürokratieabbau bei der Genehmigung von neuen Läden oder Gastronomiebetrieben, die Öffnung der Fußgängerzone für den Autoverkehr, fehlendes Fachpersonal in den Geschäften, Innenstadt-Möblierung – und natürlich die knappen öffentlichen Kassen waren weitere Stichworte, die bei dem CDU-Themenabend diskutiert wurden.

Dass es mitunter Kleinigkeiten sind, die helfen, neue Kunden zu gewinnen, machte Christian Klar an einem Beispiel deutlich: Wer unter Googlemaps die Borghorster Innenstadt aufruft, findet gerade einmal sechs Einträge von Geschäften. Zwischen Posthotel Riehemann und DM-Drogeriemarkt nicht einen einzigen.

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