Flächenverbrauch in der Stadt Steinfurt
Ein Einfamilienhausgrundstück – jeden Tag

Steinfurt -

570 Quadratmeter – so groß ist der tägliche Verbrauch an zuvor meistens landwirtschaftlich genutzter Fläche in der Stadt Steinfurt.

Montag, 10.10.2016, 17:10 Uhr

Die Baukräne zeigen es an: Auch in Steinfurt wird viel Grund und Boden verbraucht.
Die Baukräne zeigen es an: Auch in Steinfurt wird viel Grund und Boden verbraucht. Foto: gro

Konfrontiert mit dieser Zahl, die sich auf den Zeitraum 2004 bis 2014 bezieht und Inhalt einer aktuellen Veröffentlichung von IT. NRW als statistisches Landesamt ist, zeigt sich Stadtplanungschef Stefan Albers doch ein wenig überrascht. Das Thema stehe in der (Bau-)verwaltung selbstverständlich ganz oben auf der Agenda. „Allein schon aus der gesetzlichen Vorgabe heraus“, betont Albers mit Verweis auf den Paragrafen eins des Baugesetzbuches, der einen „sparsamen Umgang mit Grund und Boden“ vorschreibt. Auf der anderen Seite steht der Anspruch, ausreichend Flächen für gesunde Wohn- und Arbeitsverhältnisse zur Verfügung zu stellen. Dieser Spagat gestaltet sich schwierig – in Steinfurt gelingt er nur mit dem Preis des typischen Einfamilienhaus-Grundstücks, der täglich als natürlicher Boden verloren geht.

Immerhin – mit diesem Wert steht die Kreisstadt im Vergleich mit den übrigen Kommunen im Kreis nicht besonders schlecht oder gut da. Aber ein Platz im oberen Mittelfeld ist es schon. Ausreißer in negativer Hinsicht sind die Nachbarstädte Greven und Ochtrup. Dort betrug der Flächenverbrauch im Betrachtungszeitraum stolze 1140 beziehungsweise 1234 Quadratmeter. Besonders sparsam hingegen gingen die Kommunen Metelen (102 Quadratmeter/Tag) und Horstmar (81 Quadratmeter/Tag) mit Grund und Boden um. Was den Anteil der Siedlungs- und Verkehrsfläche am gesamten Katastergebiet anbelangt, so stieg dieser in Steinfurt von 16,0 Prozent in 2004 auf 17,8 Prozent zehn Jahre später. Damit liegt die Stadt exakt im Durchschnitt aller Kommunen im Kreis Steinfurt.

Albers betonte im Gespräch mit dieser Zeitung, dass insbesondere bei der Ausweisung neuer Flächen für das Wohnen auf die so genannte Innenentwicklung großer Wert gelegt werde. Darunter versteht man zum Beispiel die Nutzung von noch freien einzelnen Grundstücken in bebauten Gebieten oder die Bebauung ehemals industriell genutzter Flächen. Als lokale Beispiele nannte Albers das Gelände der früheren Spinnerei Rolinck in Burgsteinfurt und das Wattendorff-Areal in Borghorst.

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