Romanus Krick fordert mehr Polizeikontrollen an Stoppschildern
Papierkrieg im Schilderwald

Borghorst -

Romanus Krick hat als Verkehrszähler schon Erfahrung. In Münster hat er am bekannten Ludgerikreisel Strichliste über die Auto- und Radfahrer geführt, die die Stoppzeichen missachteten. Gleiches, mittlerweile von Münster nach Steinfurt umgezogen, hat er nun an der Ecke Tilsiter-/Altenberger Straße in Borghorst getan. In einer halben Stunde an einem Julitag zählte Krick 52 Autofahrer, die das dortige Stoppschild übersahen. Für den Ex-Münsteraner ein unhaltbarer Zustand. Darum hat er in den letzten Wochen einen Papierkrieg mit Polizei und Stadt angezettelt, der mittlerweile einen kleinen Aktenordner füllt.

Montag, 17.10.2016, 20:00 Uhr
Veröffentlicht: Montag, 17.10.2016, 20:00 Uhr
An dieser Seite der Tilsiter Straße steht ein normales Vorfahrt-achten-Schild. An der Einmündung Altenberger Straße wartet ein „Stop“ auf die Autofahrer, das aber nach den Beobachtungen von Romanus Krick selten beachtet wird.
An dieser Seite der Tilsiter Straße steht ein normales Vorfahrt-achten-Schild. An der Einmündung Altenberger Straße wartet ein „Stop“ auf die Autofahrer, das aber nach den Beobachtungen von Romanus Krick selten beachtet wird. Foto: Axel Roll

Die Argumentation des Ruheständlers: Entweder tauscht die Stadt die Stopp- gegen normale „Vorfahrt achten“-Schilder aus. Oder aber die Ausführung Stopp bleibt und die Polizei kontrolliert dafür intensiver.

„Die Polizei kann nur sporadisch an solchen Stellen, zum Beispiel durch die Bezirksbeamten, ein Auge auf die Stopp-Sünder haben“, verdeutlicht Christoph Vahlhaus als zuständiger Fachdienstleiter im Rathaus.

Ob das Bäumchen-wechsel-dich im Steinfurter Schilderwald stattfindet, diese Entscheidung überlässt die Polizei im Fall der Tilsiter Straße der Stadt. In den letzten zweieinhalb Jahren ereigneten sich in der Ecke nur zwei aktenkundige Unfälle. „Dieses Aufkommen erfordert keine polizeilichen Aktivitäten“, schreibt die Kreispolizeibehörde an die Stadt. Grundsätzlich spreche nichts dagegen, das auf die Spitze gestellte Dreieck dort aufzuhängen. Und damit schiebt die Polizei den Schwarzen Peter ins Rathaus an die Emsdettener Straße: „Die Eingabe wird zur weiteren Bewertung an die Straßenverkehrsbehörde, Stadt Steinfurt, zurückgegeben.“

Stoppschilder nur deswegen auszutauschen, weil sich sowieso kaum ein Autofahrer darum schert, dieser Argumentation kann Christoph Vahlhaus überhaupt nicht folgen. Und schon aus finanziellen Gründen sei es ein Wahnsinn, an den Kreuzungen die Haltelinien wegzufräsen und die Schilder auszutauschen. Christoph Vahlhaus: „Wenn in einer Tempo-70-Zone permanent 100 gefahren wird, ersetzen wir auch nicht die 70- durch 100er-Schilder. Außerdem gehen wir davon aus, dass sich die Autofahrer an die Verkehrsregeln halten.“

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