Nachbarn protestieren gegen geplante Streichung
Anwohner fordern Spielplatz

Borghorst -

Ein Spielplatz, den es noch gar nicht gibt, soll gestrichen werden: Davon halten die Anwohner gar nichts. Die Fläche sei ein Grund für den Grundstückskauf gewesen, sagen sie. Zudem sei die Finanzierung der Geräte bereits gesichert.

Dienstag, 25.10.2016, 06:10 Uhr

Für ihre Kinder wollen die Anwohner der Ludgeristraße, dass der im Bebauungsplan festgesetzte Spielplatz auch errichtet wird. Die Fläche stellt laut Verwaltung aber eine Überversorgung dar. Heute befassen sich die Fachausschüsse damit.
Für ihre Kinder wollen die Anwohner der Ludgeristraße, dass der im Bebauungsplan festgesetzte Spielplatz auch errichtet wird. Die Fläche stellt laut Verwaltung aber eine Überversorgung dar. Heute befassen sich die Fachausschüsse damit.

Acht Spielplätze sollen in Borghorst aufgehoben werden, weil sie nach einer Überprüfung durch die Verwaltung eine Überversorgung darstellen. Darüber beraten heute sowohl der Familien- als auch der Planungsausschuss (wir berichteten). Zu den Flächen, die laut Verwaltung nicht benötigt werden, gehören auch zwei Spielplätze, die es noch gar nicht gibt: An der Mecklenburger Straße und an der Ludgeristraße sind die Areale zwar für Kinder vorgesehen, Spielgeräte gibt es dort aber noch nicht. Sie sollten erst noch errichtet werden. Dabei war die Ausstattung des Spielplatzes an der Ludgeristraße bereits gesichert: Der Erschließungsträger , ein Bauunternehmen aus Steinfurt, wollte ihn finanzieren.

Dass es „ihren“ Spielplatz nun vielleicht gar nicht geben wird, halten die Eltern und Anwohner der Ludgeristraße für ein Unding. Gerade für die kleineren Kinder fehle es an Spielmöglichkeiten, da die umliegenden Spielplätze eher für ältere Kinder ausgelegt sind, erklären die Anwohner. „Mit großem Entsetzen“ hätten sie erfahren, dass ihr Spielplatz gestrichen werden soll. „Wir fühlen uns um unseren Spielplatz betrogen, da dieser fester Bestandteil des Bebauungsplanes ist und damit auch den familienfreundlichen Charakter des Baugebiets ausmacht“, schreiben die Nachbarn in einem Brief an Politik und Verwaltung. Der Spielplatz sei für die jungen Familien ein wichtiger Grund für die Kauf-Entscheidung gewesen.

Die Pläne, den Spielplatz nicht zu bauen, komme für die Nachbarn einer „Täuschung“ gleich. „Wir haben ein Anrecht auf die Spielgeräte und den Spielplatz, da der Erschließungsträger des Baugebiets diese zur Verfügung stellt.

Die Kosten für diese Spielgeräte waren also im Kaufpreis für die Grundstücke enthalten und wurden auf die Grundstückseigentümer umgelegt“, argumentieren die Anwohner. Sie fordern Schadenersatz, sollte der Spielplatz nicht bestückt werden. Das entsprechende Unternehmen war gestern nicht zu erreichen, aber wie Stefan Albers , Leiter des Fachdienstes für Stadtplanung und Bauordnung, mitteilt, zahlten Anlieger zwar für die ganze Erschließung, aber nicht speziell für einen Spielplatz. Es gebe jedoch einen Vertrag zwischen der Stadt und dem Unternehmen über den Bau eines Spielplatzes.

Sollte die Politik die Streichung der Fläche befürworten, werde man mit dem Unternehmen die weiteren Schritte verhandeln. „Wir halten das nicht für unlösbar“, so Albers. Zunächst habe die Verwaltung jetzt nur ermittelt, welche Plätze womöglich überflüssig seien.

Die Eltern an der Ludgeri-straße hoffen darauf, dass es sich Verwaltung und Politik noch einmal überlegen. Die Flächen am Albert-Magnus- Weg und an der Niedenkampstraße als Ausweichmöglichkeit seien für Kleinkinder nur wenig geeignet, finden sie. Es fehlten dort unter anderem ein Spielhaus, ein Schaukelnest, eine kleinkindgerechte Rutsche, eine Babyschaukel, oder ein Trampolin.

„Der Spielplatz an der Ludgeristraße muss diese Versorgungslücke schließen, zudem die Spielgeräte ja vom Erschließungsträger bereitgestellt werden“, so die Anwohner. Zudem müssten Kinder weitere Wege gehen, um zu den übrigen Flächen zu gelangen. „Es sollte bedacht werden, dass ein überwiegender Teil der Grundstücke in der Ludgeristraße von Familien mit kleinen Kindern bewohnt wird. (...) Sollte man den Rotstift wirklich bei den Kindern ansetzen? , fragen die Eltern.

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