Wohnprojekt für behinderte Menschen
Das Wohl des Nachwuchses im Auge

Burgsteinfurt -

Im Karree Graf-Ludwig-Straße, Münsterkamp, Ascheweg und Nordbahnstraße ist ein besonderes Investorenprojekt in Planung: Fußend auf eine Privatinitiative von betroffenen Eltern soll dort eine Wohneinheit bestehend aus vier miteinander verbundenen Häusern realisiert werden, in denen junge Menschen mit geistiger oder körperlicher Behinderung in Wohngruppen leben können.

Mittwoch, 09.11.2016, 16:11 Uhr

Wo jetzt noch das Grün sprießt soll schon in Kürze eine Wohneinheit für geistig und körperlich behinderte junge Menschen entstehen.
Wo jetzt noch das Grün sprießt soll schon in Kürze eine Wohneinheit für geistig und körperlich behinderte junge Menschen entstehen. Foto: rs

Im Karree Graf-Ludwig-Straße, Münsterkamp , Ascheweg und Nordbahnstraße ist ein besonderes Investorenprojekt in Planung: Fußend auf eine Privatinitiative von betroffenen Eltern soll dort eine Wohneinheit bestehend aus vier miteinander verbundenen Häusern realisiert werden, in denen junge Menschen mit geistiger oder körperlicher Behinderung in Wohngruppen leben können. Carl-Christian Kamp , Vater einer künftigen Bewohnerin, sowie Christoph Achterkamp vom gleichnamigen Rheiner Architekturbüro stellten die Pläne am Dienstag dem Planungsausschuss vor.

Kamp berichtete, wie die Idee zu dem ungewöhnlichen Projekt entstand. Der Emsdettener ist Vater einer Tochter mit geistiger Behinderung, die derzeit noch die Elisabethschule in Burgsteinfurt besucht. „Meine Frau und ich haben uns als Eltern gefragt, wie es mit unserer Tochter nach der Schule weitergeht“, so der Emsdettener. Die Punkte Betreuung und Arbeit seien schnell geklärt gewesen. Wo aber soll die Tochter künftig wohnen? Gemeinsam mit anderen Eltern in ähnlicher Situation sei die Idee zu dem Wohnprojekt entstanden. Der Landschaftsverband als Kostenträger habe seine Zusage an die Bedingung geknüpft, dass die Wohngruppe mindestens zehn bis zwölf Personen umfassen müsse. „Als diese erfüllt war, ging es darum, einen geeigneten Standort und einen Investor zu finden“, so Kamp weiter. Das Grundstück am Burgsteinfurter Bahnhof sei deshalb ideal, weil eine gute Anbindung an Bus und Bahn gegeben sei und zudem eine gute Nahversorgung mit Dingen des täglichen Bedarfs gewährleistet sei. Auch das Freizeitangebot habe gestimmt.

Als Investor tritt der Besitzer des Grundstücks auf, Träger des Projekts ist die Tectum Caritas. Nach Fertigstellung der Gebäude wird die Caritas diese vom Investor anmieten. Letzterer kommt, wie zu hören war, aus Burgsteinfurt. Was als Ergebnis des Zusammenschlusses im Ausschuss vorgestellt wurde, überzeugte die Gremiumsmitglieder auf ganzer Linie. Es handelt sich um vier Einzelgebäude in ein- beziehungsweise zweigeschossiger Bauweise, die sich in ihrer Struktur den benachbarten Stadtvillen architektonisch anpassen. Der Clou: Die Häuser sind untereinander über einen Kreuzgang verknüpft. Es gibt eine zentral angeordnete Küche, ein Pflegebad sowie einen Innenhof. „Private Bereiche gehen direkt in öffentliche Bereiche über“, stellte Achterkamp eine weitere Besonderheit heraus. So werde eine aktive Kommunikation gefördert. Bei der Gestaltung der Fassaden und des Daches sollen regionale Traditionen berücksichtigt werden. Als nächsten Schritt wollen die Verantwortlichen nun einen Bauantrag stellen.

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