Entwicklungshelferin Britta Schweighöfer
Von Hollich aus in die Welt

Burgsteinfurt -

Entwicklungshilfe ist ihr Ding: Britta Schweighöfer ist regelmäßig in der Dritten Welt und in Schwellenländern unterwegs, um dort Projekte der Hilfe zur Selbsthilfe umzusetzen. Aktuell fliegt die 51-jährige Hollicherin nach Nepal, um dort eine Menschenrechtsrecherche durchzuführen.

Freitag, 18.11.2016, 21:11 Uhr

Britta Schweighöfer freut sich auf ihren Einsatz für Menschenrechte in Nepal: Am heutigen Samstag fliegt die Wahl-Steinfurterin in das südasiatische Land, das zu den ärmsten der Welt gehört.
Britta Schweighöfer freut sich auf ihren Einsatz für Menschenrechte in Nepal: Am heutigen Samstag fliegt die Wahl-Steinfurterin in das südasiatische Land, das zu den ärmsten der Welt gehört. Foto: Schippers

Sie ist, das kann man mit Fug und Recht behaupten, in der Welt zu Hause – und in Hollich daheim: Britta Schweighöfer , die es vor drei Jahren „der Liebe wegen“, wie sie sagt, in die Burgsteinfurter Bauerschaft verschlug, ist Entwicklungshelferin. Bosnien, Afghanistan, Ostafrika, Tadschikistan oder Kambodscha – die Liste der Länder, die die gebürtige Frankfurterin und studierte Ethnologin im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit schon besuchte, ist lang. Am heutigen Samstag startet die 51-Jährige, die mit ihrem Lebensgefährten in der ehemaligen Schrankenwärterwohnung an der Radbahn inmitten von Hühnern, Katzen und Hund eine ländliche Heimstatt gefunden hat, ihr nächstes Auslandsprojekt. Für die Menschenrechtsorganisation „Food First – Informations- und Aktions-Netzwerk“ (FIAN) reist sie für zwei Wochen nach Nepal .

„Unter anderem wird es um die Frage gehen, inwiefern die Nationalparks – von denen es in Nepal sehr viele gibt – die traditionellen Lebensformen und Einkommensgrundlagen indigener Gruppen beeinträchtigen“, erklärt die Burgsteinfurterin die Hintergründe ihrer Reise, die sie im Rahmen ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit für FIAN antritt. In dem südasiatischen, zwischen China und Indien gelegenen Bergstaat, der zu den ärmsten Ländern der Welt gehört und den Europäer meist nur von exotischen Trekking-Touren her kennen, geht es darum, Impulse zu geben. Wie kann den Einheimischen in den politischen Entscheidungsgremien mehr Einfluss gegeben werden? Wie lässt sich die Ernährungssicherheit verbessern? Wie können die Interessen des Naturschutzes mit denen der Bevölkerung am besten vereinbart werden? Solche und weitere Fragen stehen im Mittelpunkt des Projekts, das Britta Schweighöfer als Menschenrechtsrecherche beschreibt. Sie wird mit weiteren Teilnehmern, die aus Indien und Nepal selbst, aber auch aus Europa stammen, unter anderem mit lokalen Autoritäten sprechen, und sich zudem ein Bild von den Lebensumständen der Bevölkerung machen. „Ziel ist es dabei unter anderem, Berichte an die für die Einhaltung der Menschenrechte zuständigen UN-Gremien zu verfassen“, so die 51-Jährige.

Nach der Landung in der Hauptstadt Kathmandu geht es in den äußersten Westen des Himalaya-Staates. „Da dort besonders viele Nationalparks eingerichtet sind, haben die Einheimischen Probleme mit Wildtieren, die ihre Ernte zerstören und sogar Menschenleben fordern“, weiß die Hollicherin. Mit Elefanten, Büffeln und indischen Tigern hätten die Nepalesen zwar schon immer gelebt. Die Probleme hätten sich indes zuletzt verstärkt. Hinzu komme, dass die Bevölkerung aufgrund des geringen Bildungsstandes Entschädigungsleistungen nicht oder nur sehr eingeschränkt in Anspruch nehme. Schweighöfer: „Hier setzt unsere Arbeit an.“

Da die ländliche Bevölkerung Nepals durch die Schaffung der Nationalparks fast zwei Drittel ihres traditionell genutzten Landes verloren hat, geht es zudem darum, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie sie die natürlichen Nahrungsressourcen der Reservate naturschutzverträglich nutzen kann. „Wir wollen Alternativen aufzeigen“, sagt die Entwicklungshelferin.

Spannende Herausforderungen also, die auf die Wahl-Steinfurterin warten. In der westfälischen Provinz fühlt sich die Großstädterin übrigens pudelwohl. „Wir sind hier in der Nachbarschaft hervorragend aufgenommen worden“, berichtet sie. Und ihre berufliche Tätigkeit als Beraterin in der Entwicklungsarbeit kann sie auch von dezentraler Stelle aus ausüben – die fortschreitende Digitalisierung macht es möglich.

Überrascht sei sie darüber gewesen, wie viele alte Traditionen die Hollicher pflegen. Sie und ihr Lebensgefährte machen engagiert mit – unter anderem durch die Zugehörigkeit zur Schützengesellschaft. Keine Frage, die 51-Jährige lebt gerne in Hollich. Erst einmal geht es für sie jetzt aber wieder hinaus in die Welt.

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