Bundesfreiwilligendienst:
„Erstmal weg vom Schreibtisch“

Das Jahr neigt sich dem Ende entgegen und nicht nur die Abiturienten fragen sich inzwischen, was sie nach der Schule machen. Auch der Jahrgang, der 2018 den Schulabschluss macht, fängt schon an, sich über die Zukunft Gedanken zu machen. Wie geht es nach der Schule weiter? Wie bekomme ich einen guten Einstieg in das Berufsleben und wie kann ich mich in der Gesellschaft engagieren? In der Hoffnung darauf, dass diese Fragen beantwortet werden, beginnen viele Jugendliche ein Freiwilliges Soziales Jahr oder den Bundesfreiwilligendienst. Isabel Kleibrink und Matthias Lütke Wenning sind Mitarbeiter der FSD Bistum Münster gGmbH, dem Trägerverband, der jedes Jahr ca. 1000 Freiwillige begleitet. Jugendfrei hat sich mit ihnen zu einem Interview getroffen, um die wichtigsten Fragen zu beantworten.

Donnerstag, 08.12.2016, 14:12 Uhr

Nach der Schule möchte nicht jeder direkt in die Uni oder eine Ausbildung starten. Ein Bundesfreiwilligendienst bietet viel praktische Erfahrung. Isabel Kleibrink und Matthias Lütke Wenning vom FSD Bistum Münster (kl. Foto) haben etwas über die Möglichkeiten eines Freiwilligendienstes erzählt.
Nach der Schule möchte nicht jeder direkt in die Uni oder eine Ausbildung starten. Ein Bundesfreiwilligendienst bietet viel praktische Erfahrung. Isabel Kleibrink und Matthias Lütke Wenning vom FSD Bistum Münster (kl. Foto) haben etwas über die Möglichkeiten eines Freiwilligendienstes erzählt. Foto: Jonas Timmerhues

WN: Jedes Jahr werben Ausbildungsstellen und Universitäten um neue Jugendliche. Was spricht dafür, erst einmal einen Freiwilligendienst zu belegen und was macht einen Freiwilligendienst für Jugendliche interessant?

Matthias : Vor allem wollen Jugendliche nach der Schule etwas Praktisches machen und erstmal weg vom Schreibtisch, bevor sie im Studium oder der Ausbildung durchstarten. Dann gibt es viele Jugendliche, die sich noch nicht sicher sind, wie es weiter gehen soll und die den Freiwilligendienst als Orientierungsjahr nutzen. Andere probieren, ob der soziale Bereich in der Pflege oder der Kinder- und Jugendarbeit überhaupt etwas für sie ist. Dadurch können sie herausfinden, in welche Richtung sie wirklich gehen wollen.

Isabel : Viele der Jugendlichen brauchen für ihre Ausbildung oder ihr Studium Praktika. Dafür können sie den Freiwilligendienst nutzen. Und es gibt auch Freiwillige, die zum Beispiel durch einen schlechten Abiturschnitt nichts anderes bekommen haben und die dann leicht gefrustet anfangen, aber im Laufe des Jahres merken, dass der Freiwilligendienst doch die richtige Entscheidung war.

WN: Wer ist für einen Freiwilligendienst geeignet?

Matthias: Du solltest einen Schulabschluss haben und die deutsche Sprache beherrschen, ansonsten ist uns jeder willkommen, der sich in der Gesellschaft engagieren will. Uns ist auch wichtig, dass die Gruppen bunt zusammengewürfelt sind. Wir sortieren nicht nach Schulabschluss oder Alter.

WN: Welche Bereiche werden bei euren Freiwilligendiensten angeboten?

Isabel: Bei der FSD Bistum Münster sind es soziale Einrichtungen: Zum Beispiel im Krankenhaus, Altenheim, Kindergarten, Jugendtreffs, katholischen Jugendverbänden, Schulen und Pfarrgemeinden. Ausnahmestellen wie beispielsweise die Psychiatrie oder Internate gibt es auch.

WN: Besteht die Möglichkeit, im Ausland aktiv zu werden und sind auch Jugendliche aus anderen Ländern im Freiwilligendienst?

Matthias: Wir haben Jugendliche aus der ganzen Welt bei uns. Manche kommen aus Mexico, aus Bosnien oder Afrika. Im Moment sind 33 ausländische Freiwillige bei uns im Einsatz und es kommen immer mehr Anfragen. Auch Flüchtlinge sind bei uns herzlich willkommen.

WN: Das FSD Bistum Münster ist ein katholischer Träger. Spielt der Glaube der Freiwilligen bei der Bewerbung eine Rolle?

Matthias: Nein. Wir lehnen niemanden ab, nur weil er einen anderen Glauben hat. Wir orientieren uns natürlich an christlichen und katholischen Werten. Dabei kann es auch total spannend sein, wenn beispielsweise jemand mit einem anderen Glauben in einer Pfarrgemeinde seinen Freiwilligendienst macht.

WN: Was gibt es zuletzt noch Wichtiges für Jugendliche zu wissen?

Isabel: Wenn Jugendliche bei uns arbeiten, werden sie auch entlohnt. Wir sprechen immer von einem Taschengeld, da es kein klassisches Arbeitsverhältnis gibt. Im Moment beträgt dieses 370 Euro, hinzu kommen noch 50 Euro Verpflegungspauschale, je nachdem, ob der Freiwillige in seiner Einsatzstelle Essen bekommt. Und sozialversichert ist man auch. Ansonsten kann sich jeder auf der Website www.fsd-muenster.de über uns ausführlich informieren.

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