Borghorster Julian Teltenkötter studiert Orchesterdirigat in Zwolle
Auf dem Weg ans Dirigentenpult

Borghorst -

Den Dirigentenstab hat Julian Teltenkötter schon mit 16 Jahren zum ersten Mal in der Hand gehalten. Damals noch beim Musikverein Friedensklang. Inzwischen ist der Borghorster auf dem Weg zum Profi-Dirigenten.

Montag, 02.01.2017, 06:01 Uhr

Möchte künftig Blasorchester leiten: Der 25-jährige Julian Teltenkötter hat nach einer kaufmännischen Ausbildung 2013 sein Studium aufgenommen.
Möchte künftig Blasorchester leiten: Der 25-jährige Julian Teltenkötter hat nach einer kaufmännischen Ausbildung 2013 sein Studium aufgenommen.

Der 25-Jährige studiert Orchesterdirigat bei Alex Schillings am Konservatorium im niederländischen Zwolle . Sein Ziel: Künftig einem oder mehreren Blasorchestern vorzustehen und deren Klang seine persönliche Note zu verleihen.

Das hat Teltenkötter schon lange gereizt. „Es mag arrogant klingen, aber man muss auch vom Typ her irgendwie Dirigent sein“, sagt der 25-Jährige über seine Motivation. Da ist der Wunsch, das, was er bei den Stücken fühlt, durch das Orchester herauszuholen, andere damit zu begeistern. „Das Publikum soll dabei fühlen, was ich fühle. Ich möchte die Zuhörer mitreißen.“

Ein paar Führungsqualitäten gehören auch dazu. Nicht umsonst ist Psychologie, der Umgang auch mit älteren professionellen Musikern, Teil der Theorie, die Teltenkötter und seine sieben Kommilitonen in Zwolle lernen. Darüber hinaus üben sich die Studenten darin, zu Klavier zu dirigieren, Partituren am Klavier in mehreren Stimmen zu spielen, Stücke zu arrangieren oder eine Klavierstimme in eine Orchesterversion zu bringen. Sie trainieren sich mit Hilfe der Professoren ein feines Ohr an und pauken Orchestergeschichte.

Daneben ist so viel Praxis wie möglich gefragt. Gerade hat Julian Teltenkötter den Dirigentenstab des Kreisjugendorchesters übernommen. Ihre Dozenten bringen die Studenten zudem in Kontakt mit Polizei- oder Militärblasorchestern. Wie ist es denn, als Jungspund plötzlich vor einer Gruppe erfahrener Berufsmusiker zu stehen? „Wenn man freundlich bleibt und Kompetenz mitbringt, wird man auch respektiert“, hat Teltenkötter schon erfahren.

Ein- bis zweimal in der Woche fährt der Borghorster , der in Münster wohnt, nach Zwolle. Die übrige Zeit ist er mit Konzerten, Auftritten, Üben, Vorbereiten und Lernen beschäftigt – und seinem zweiten Studiengang: klassisches Saxofon. Das studiert der 25-Jährige zurzeit in Münster. Es war eigentlich seine erste Wahl, nachdem er 2013 zunächst eine kaufmännische Ausbildung im Marienhospital abgeschlossen hatte. Nach einer Solo-Teilnahme beim Wettbewerb „Jugend musiziert“ und eindringlichen Gesprächen mit der Jury dort entschied sich der junge Saxofonist, das zu tun, was ihm eigentlich schon lange vorschwebte und nahm das Studium auf, zunächst ebenfalls in Zwolle. Nach drei Jahren wechselte Teltenkötter nun aber nach Münster, auch wegen der zentralen Lage. Denn der junge Musiker reist regelmäßig quer durch Deutschland. 50 000 Kilometer sitze er jährlich im Auto. In 2015 hat er mal nachgezählt: 90 Konzerte waren es da mit unterschiedlichen Ensembles. „An manchen Wochenenden fünf bis sechs Auftritte“, sagt Teltenkötter. Das könne auch anstrengend werden.

Saxofon spielt Teltenkötter schon seit er sechs Jahre alt ist. Er lernte an der Musikschule bei Jörg Hemker. „Es ist der menschlichen Stimme sehr nah“, sagt Teltenkötter über sein Instrument. Kürzlich verschafften ihm seine Leistungen einen Auftritt in der neuen Elbphilharmonie in Hamburg . Auch in Malaysia, Singapur und China ist der Borghorster schon aufgetreten, auf Konzertreisen mit dem Landesblasorchester und dem Jugendorchester Havixbeck.

Für seine berufliche Zukunft zieht es den künftigen Dirigenten aber nicht so weit weg. Er möchte im Münsterland bleiben und auch den Steinfurter Wurzeln die Treue halten. „Hier gibt‘s eine Menge zu tun“, sagt Teltenkötter und meint die Amateur-Blasorchester. Diese würden in den Niederlanden inzwischen stets von ausgebildeten Dirigenten geleitet. Eine Entwicklung, die in Deutschland gerade erst Fahrt aufnimmt und für Teltenkötter ein Betätigungsfeld sein könnte. Aber auch die Leitung einer Musikschule mit begleitendem Dirigat kann er sich vorstellen.

Nebenbei ist Teltenkötter, der 2014 ein Stipendiat der Konrad-Adenauer-Stiftung erhalten hat, schon seit Jahren Mitglied im CDU-Ortsvorstand und der Jungen Union. Politik und Musik sind aus seiner Sicht miteinander verknüpft, schließlich entscheide die Politik über mögliche Kürzungen im Musikbereich. Auch politisch auf die Bedeutung von Musik aufmerksam zu machen gehört ebenfalls zu Teltenkötters Zielen.

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