Günther Hilgemann legt Ratsmandat nieder
Schallmauer von 70 durchbrochen

Steinfurt -

Es war kein Schnellschuss á la Sigmar Gabriel, sondern von langer Hand vorbereitet. Für die Öffentlichkeit überraschend kommt dieser Abschied trotzdem: Günther Hilgemann legt Ende März sein Ratsmandat und damit auch den Vorsitz der FDP-Fraktion nieder. „Dann habe ich die Schallmauer von 70 erreicht und damit reicht es auch“, sagt der scheidende Liberale im Gespräch mit dieser Zeitung. Hilgemann ist optimistisch, keinen Scherbenhaufen, sondern ein wohl geordnetes Haus zu hinterlassen. Und auch die Nachfolge sei gut geregelt: Es rückt Stefan Ludwigs über die Reserveliste in den Rat, der in der vorangegangenen Legislaturperiode schon Ratserfahrung sammelte und Vorsitzender des Wirtschaftsförderungsausschusses war.

Mittwoch, 25.01.2017, 13:01 Uhr

Günther Hilgemann legt nach 18 Jahren sein FDP-Ratsmandat nieder.
Günther Hilgemann legt nach 18 Jahren sein FDP-Ratsmandat nieder. Foto: nn

45 Jahre zählt der Burgsteinfurter zusammen, die er für Steinfurt in öffentlichen Ämtern aktiv war. 27 Jahre war er im Vorstand des Heimatvereins, ab 1999 wechselte er eigentlich „per Zufall“, wie der Noch-69-Jährige betont, zu den Liberalen. Die FDP hatte ihn damals angesprochen, ob er nicht im Wahlkampf ein bisschen für sie schreiben wolle. Wollte er und merkte ganz schnell, dass er sich in der Truppe sehr wohl fühlt. Dieses Gefühlt trog offensichtlich nicht. „Ich erlebte eine äußerst harmonische Zusammenarbeit, geprägt von gegenseitiger Achtung, Wertschätzung und hoher Diskussionskultur.“ So sei nie jemand gegen die Wand gedrückt worden. „Wir haben immer im besten Sinne des Wortes gestritten.“

Politische Highlights gab es in der 18-jährigen Karriere für Günther Hilgemann viele. Über allem sieht er allerdings das kontinuierliche Wirken für Steinfurt. Trotzdem freut er über den hohen Wahlsieg seiner Partei 2009, als sieben Liberale in den Rat einzogen. Und auch die Eroberung des Bürgermeisterstuhls durch Parteikollegin Claudia Bögel-Hoyer zählt Hilgemann zu den Erfolgen hinzu.

Parteien in der Kommunalpolitik – dazu hat der Fraktionschef ein durchaus differenziertes Verhältnis. „Eigentlich ist das Parteidenken hier vor Ort ein Kropf“, sagt Günther Hilgemann. Es gehe um Sachfragen, da sei Ideologie nur hinderlich. „Aber es ist eben so wie es ist.“

Unterm Strich geht der 69-Jährige mit großer Zufriedenheit, wie er betont. „Ich habe das Gefühl, dass meine politische Arbeit zum Wohle der Stadt beigetragen hat“, resümiert der scheidende Ratsherr.

Langweilig, da ist er sich sicher, wird der politische Ruhestand nicht werden. Sport, die Fotografie und vor allen Dingen das Schreiben werden den agilen Burgsteinfurter auf Trab halten. Und wenn es ihn juckt, dann schaut er auch noch mal in der Fraktion vorbei. . .

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