Rektor der Bismarckschule geht Montag in den Ruhestand
Schule ist aus für Lothar Paral

Burgsteinfurt -

„Es ist schon ein bisschen komisch“, beschreibt Lothar Paral seine momentane Gefühlslage. 38 Jahre war er Lehrer, davon 16 Jahre Leiter der Bismarckschule. Und jetzt, am Montag (31. Januar), läutet für ihn zum letzten Mal die Glocke. Schulschluss. Der 65-jährige Rektor geht in den Ruhestand. Wehmut? „Natürlich“, antwortet Paral und fügt beinahe schon entschuldigend an: „So banal es auch klingt, ich habe von Anfang bis Ende immer gerne mit Kindern gearbeitet.“

Freitag, 27.01.2017, 15:01 Uhr

Seit Ende 2001 ist Lothar Paral Rektor der Burgsteinfurter Bismarckschule. Am kommenden Montag wird der 65-Jährige aus dem Schuldienst in den Ruhestand verabschiedet.
Seit Ende 2001 ist Lothar Paral Rektor der Burgsteinfurter Bismarckschule. Am kommenden Montag wird der 65-Jährige aus dem Schuldienst in den Ruhestand verabschiedet. Foto: Drunkenmölle

Er sei weniger Theoretiker und viel mehr Praktiker gewesen, erklärt der Pädagoge. „Ich habe mich bemüht, dass der Betrieb reibungslos läuft. Die Kinder haben immer im Mittelpunkt gestanden“, sagt Paral über eine Aufgabe und eine Zeit des Wandels, die sowohl ihn als auch seine Kollegen in den vergangenen Jahren ständig herausgefordert habe.

Paral war 2001 an die Burgsteinfurter Grundschule berufen worden. Zuvor war er Konrektor der Josefschule in Emsdetten . Dort war er bereits mit der kommissarische Leitung betraut. Nicht zuletzt seine Fähigkeiten auf dem Gebiet der EDV haben ihn in diese Position gehoben.

Als Paral an die Bismarckschule kam, waren es rund 320 Schüler, die dort von 20 Lehrern unterrichtet wurden. Heute sind es noch knapp 200 Kinder, die von einem 13-köpfigem Team fit fürs Leben und die weitere schulische Ausbildung gemacht werden. „ Schule hat sich wahnsinnig stark verändert“, verweist Paral unter anderem darauf, dass an der Bismarckschule mittlerweile Kinder mit und ohne sonderpädagogischem Förderbedarf gemeinsam unterrichtet werden, und dass es dort seit zehn Jahren den Offenen Ganztag mit vier Gruppen und 90 Kindern gibt. Die Tatsache, dass derzeit knapp die Hälfte aller Schüler einen Migrationshintergrund besitzt und die Schule insbesondere während des ersten großen Flüchtlingsstroms sehr viele Kinder aus Krisengebieten aufgenommen hat, habe die Arbeit umfangreicher und schwieriger gemacht. Er selber habe sich immer mehr zu einem Schulmanager verändert: „Das, was meinen Beruf eigentlich ausmacht, ist weitgehend in den Hintergrund getreten“, bedauert er, wie stark die Verwaltungszeit für ihn zu- und die Unterrichtszeit abgenommen hat. Es fehle an Ressourcen, manchmal sogar an Grundlagen, die Arbeit zu bewältigen. Hier sei auch die Politik gefordert, die Rahmenbedingungen zu verbessern.

Und wie hat sich das Verhältnis zu Kollegen, Trägern, Eltern und Förderern verändert? Es sei ein sehr angenehmes Arbeiten gewesen, beschreibt Paral ein von Offenheit und Vertrauen geprägtes Klima. Nachdenklich habe ihn lediglich die Entwicklung gemacht, der Schule immer mehr Erziehungsarbeit zu übertragen. „Schule kann nicht ständig für alles und jeden zuständig sein“, hofft Paral, dass sich Eltern wieder mehr der Verantwortung für ihre Kinder bewusst werden und Probleme nicht allein auf die Schule abwälzen.

Er habe stets versucht, alle Betroffenen in Entscheidungsprozesse einzubeziehen. Es sei ihm wichtig gewesen, Identität zu stiften und Gemeinschaft zu pflegen. Schulfeste, Projekte, Ausflüge seien immer Höhepunkte abseits des Unterrichtsalltags gewesen: „Das hat allen richtig Spaß gemacht.“ In besonderer Erinnerung wird Lothar Paral sicherlich Sturm Kyrill bleiben, der vor zehn Jahren das Dach der Schule abdeckte. Auch wird er nicht vergessen, wie baff er war, als Rudolf Arning 50 000 Euro für die Schule gegeben hatte.

Was er der Schule wünscht? Lehren und Lernen muss Spaß machen, hofft Paral, dass diese Grundsätze weiter an seiner Schule Bestand haben. Er selber wird sich an seinem Wohnort Greven wieder mehr seinen Hobbys EDV und Sport widmen. Im Moment sei das allerdings noch ein bisschen komisch, sich mit diesen Gedanken vertraut zu machen.

Zum Thema

Wer Nachfolger von Lothar Paral wird, ist noch nicht entschieden. Angeführt von Mechthild Weber werden Sandra Timmers und Fani Trachanas als Trio die Schule vorerst kommissarisch leiten.

...
Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4588524?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F186%2F4852151%2F4852154%2F
Mordkommission ermittelt nach Gasexplosion in einem Wohnhaus
Am Max-Klemens-Kanal: Einsatz der Feuerwehr: Mordkommission ermittelt nach Gasexplosion in einem Wohnhaus
Nachrichten-Ticker