30 statt der erhofften 15 Millionen Euro
Ein echtes Luxusproblem

Steinfurt -

Bis vor wenigen Tagen sah es noch nicht danach aus – am Ende der Zeichnungsfrist wurden Gerhard Göckenjan und Jörg Tiemann geradezu überrannt: Sie können nicht alle Beteiligungswünsche erfüllen.

Freitag, 05.05.2017, 17:05 Uhr

Der Zulauf ist groß: Gerhard Göckenjan (oben l.) und Jörg Tiemann sind mit dem Ergebnis des Zeichnungsverfahrens sehr zufrieden.
Der Zulauf ist groß: Gerhard Göckenjan (oben l.) und Jörg Tiemann sind mit dem Ergebnis des Zeichnungsverfahrens sehr zufrieden. Foto: U. Mertens

Am vergangenen Sonntag ist die Frist abgelaufen, sich am Bürgerwindpark Hollich Sellen zu beteiligen. Mittlerweile hatten die Geschäftsführer ein paar Tage Zeit, sich die Zahlen genauer anzusehen. Und sie stellen fest: „Wir sind mit dem Ergebnis hochzufrieden“, sagt Gerhard Göckenjan .

Über 950 Interessentenmeldungen mit einem Gesamtvolumen von insgesamt 30 Millionen Euro lägen vor. Und verursachen damit ein Luxusproblem : Die Bürgerwindpark-Gesellschaft kann nur 15 Millionen Euro davon gebrauchen – also die Hälfte.

„Derzeit ist noch alles ungeprüft – wir müssen sehen, wie viele Anleger es am Ende tatsächlich sind. Wir müssen die Listen noch intensiv durcharbeiten“, sagt Göckenjans Kollege Jörg Tiemann.

Dabei hatten beide doch bis kurz vor Zeichnungsschluss intensiv für die Anteile geworben. „Bis rund eine Woche vor der Frist hatten wir das Geld noch nicht zusammen“, erklärt Tiemann. Erst in den letzten Tagen seien noch große Summen hinzugekommen. Nun müssen die beiden Geschäftsführer ein System entwickeln, die Beteiligungssummen gerecht unter den Interessenten zu verteilen.

„Eine möglichst breite Beteiligung war von Beginn an unser Ziel“, erläutert Tiemann. Deshalb sollen die vorliegenden verbindlichen Interessenbekundungen zunächst nun auf eine grundsätzliche Zeichnungsberechtigung hin überprüft werden.

Den direkten Anwohnern im Umfeld der Parks wird ein höheres Beteiligungsrecht eingeräumt, die kleineren Beteiligungswünsche (unterhalb von 10 000 Euro) werden die Verantwortlichen weitestehend ungekürzt lassen. Auch das gehöre zum Leitbild für Bürgerwindparks.

Gekürzt werden sollen insbesondere die höheren Zeichnungsbeträge. „Würden wir alle Großzeichner ungekürzt zulassen, kämen wir nicht auf die hohe Anlegeranzahl und hätten damit unser seit Jahren kommuniziertes Unternehmensziel der breiten Bürgerbeteiligung und hohen Akzeptanz nicht erreichen können“, meint Göckenjan.

Auch der Wohnort werde berücksichtigt: Die Steinfurter und die direkten Anwohner aus den angrenzenden Gebieten der Umlandgemeinen seien auf jeden Fall dabei. Unser Modell nennen wir „gekapptes Rundenverfahren“ erklärt Tiemann weiter. Vorbild für diese Vorgehensweise seien unter anderen die großen Bürgerwindparks in Schleswig Holstein. Alle Interessenten würden noch im Mai über die weiteren Schritte unterrichtet.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4813112?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F186%2F
Nachrichten-Ticker