38-jähriger Familienvater zu 600 Geldstrafe verurteilt
Trotz Verbots die Ex aufgesucht

Steinfurt/Metelen -

Wohl aus Verzweiflung suchte ein 38-jähriger Burgsteinfurter trotz Verbots eine Wohnung in Metelen vor etwa einem halben Jahr auf. Dort wohnen noch heute seine ehemalige Lebenspartnerin und die beiden gemeinsamen Kinder.

Dienstag, 09.05.2017, 15:05 Uhr

Der Hartz-IV-Empfänger durfte sich jedoch seiner Ex-Freundin laut Gerichtsbeschluss nur bis auf 20 Meter nähern. Am Dienstag musste sich der Familienvater wegen Verstoßes gegen das Gewaltschutzgesetz und wegen Sachbeschädigung vor dem Amtsgericht Steinfurt verantworten.

Das Amtsgericht hatte dem ohne Rechtsbeistand erschienenen Angeklagten aus Burgsteinfurt am 9. September vergangenen Jahres auferlegt, sich der Wohnung seiner 40 Jahre alten ehemaligen Partnerin in Metelen , in der auch die acht und zehn Jahre alten gemeinsamen Kinder wohnen, nicht zu nähern.

Die Auflage wurde bis zum 9. März terminiert. Trotzdem suchte der 38-Jährige die Metelener Wohnung am 19. Oktober und 30. November vergangenen Jahres auf.

Beim ersten Besuch trat er die Wohnungstür ein und verursachte dabei einen Sachschaden von 300 Euro. Beim zweiten Mal wartete der Angeklagte mit seinem Auto vor der Wohnung. Als seine Ex-Partnerin mit den Kindern eintraf, stieg er aus und sprach sie verbotenerweise an.

„Das stimmt alles. Allerdings habe ich die Tür nicht eingetreten, sondern nur etwas zu fest aufgeschoben“, meinte der Burgsteinfurter und gab als Grund große Verzweiflung an: „Ich wollte damals meiner Ex und den Kindern nur sagen, dass ihre Schwiegermutter und Oma schwer erkrankt ist.“ Seine Mutter sei mittlerweile vor einigen Tagen an Krebs gestorben.

Die als Zeugin geladene ehemalige Lebenspartnerin bestätigte, dass die Reparaturkosten für die kaputte Tür vom Angeklagten mittlerweile bezahlt worden seien. „Seit diesen beiden Zwischenfällen ist nichts derartiges mehr vorgefallen“, betonte die 40 Jahre alte Hausfrau und Mutter aus Metelen. „Ich glaube und hoffe, dass es jetzt bergauf gehen wird“, lauteten die letzten Worte des Beschuldigten, der im Übrigen bereits zwei Vorstrafen wegen vorsätzlicher Körperverletzung vorwies.

Das Gericht verurteilte den 38-jährigen Burgsteinfurter wegen Verstoßes gegen das Gewaltschutzgesetz und wegen Sachbeschädigung zu einer Geldstrafe in Höhe von 600 Euro.

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