„Gymbo“ will mit dem Emsdettener Martinum kooperieren
Gymnasien trennt mehr als der Buchenberg

Steinfurt -

Nur 85 bis 90 Schüler werden im kommenden Schuljahr die Q1 des Borghorster Gymnasiums besuchen. Zu wenig, um eine gute Auswahl an Leistungskursen anbieten zu können. Deshalb sollen sie die Möglichkeit haben, ihren Wunsch-LK in Emsdetten zu besuchen – und umgekehrt.

Donnerstag, 11.05.2017, 19:00 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 11.05.2017, 19:00 Uhr

Das Borghorster Gymnasium hat nicht genug Schüler, um in der Oberstufe eine ausreichende Bandbreite von Leistungskursen anbieten zu können. Das Gymnasium Arnoldinum ist in diesem Bereich dagegen „opulent ausgestattet“. Was läge da näher, als zwischen den beiden Schulen eine Kooperation zu bilden – schließlich sind beide in der gleichen Stadt und haben den gleichen Schulträger: Die Stadt Steinfurt.

So einfach ist es aber nicht – das Arnoldinum will nicht. „Die Gespräche waren nicht einfach“, berichtete Gymbo-Schulleiter Hermann Voss am Mittwochabend im Ausschuss für Schule, Kultur und Sport über seine Treffen mit Jochen Hornemann , dem Schulleiter des Arnoldinums. Irgendwann hätte sich ihm die Frage gestellt: „Wollen die überhaupt?“ Ein Anruf des Schuldezernenten bei Hornemann hätte dann Gewissheit gebracht: „Die wollen auf keinen Fall.“

Statt also den logischen Weg zu gehen und die Schullandschaft der Stadt Steinfurt enger zu verknüpfen, sollen Borghorster Schüler ab dem kommenden Schuljahr zum Emsdettener Gymnasium Martinum pendeln, um ihre Wunsch-LKs besuchen zu können – und umgekehrt. Das kostet natürlich Geld: 6000 Euro an Fahrgeldzuschüssen in diesem Jahr, rund 33 000 Euro in den nächsten vier Jahren bis 2021, die sich die Städte Steinfurt und Emsdetten teilen sollen. „Ich bin traurig und wütend“, kommentierte Dr. Reinhold Dankel (FWS) diese Entwicklung. Seit Jahren wünsche sich die Politik eine engere Kooperation zwischen den beiden städtischen Gymnasien – und jetzt müsse man mit einer Emsdettener Schule zusammenarbeiten. Dennoch stimmte die FWS der Übernahme der Fahrtkosten durch die Stadt zu. „Die Vision einer gemeinsamen Schule ist wichtig“, meinte auch Günter Marquardt (CDU). Stimmte aber dennoch dem Beschlussvorschlag zu: „Gerade jetzt geht es eben nicht.“ Ganz einfach äußerte sich Michael Hardebusch für die SPD: „Die Vorlage ist überzeugend – wir begrüßen das.“ Bei nur einer Enthaltung durch Martin Theile (GAL) stimmte der Ausschuss dem Antrag am Ende zu.

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