ZDF-Dokumentationsreihe „Terra Xpress“
Münsterisches Filmteam dreht Film über Stiftskreuzdiebstahl

Borghorst -

Zum Glück ist von der Asche, die Pastor Markus Dördelmann am Aschermittwoch den Gottesdienstbesuchern auf die Stirn reibt, noch ein halbes Marmeladenglas übrig geblieben. 

Montag, 03.07.2017, 15:07 Uhr

Da klicken die Handschellen: Vor der Kirche wird die Festnahme der Stiftskreuz-Diebe gedreht. Zuvor waren die Statisten aus der Kirche geflüchtet und in den schwarzen Mercedes-Kombi gestiegen.
Da klicken die Handschellen: Vor der Kirche wird die Festnahme der Stiftskreuz-Diebe gedreht. Zuvor waren die Statisten aus der Kirche geflüchtet und in den schwarzen Mercedes-Kombi gestiegen. Foto: Axel Roll

Freudestrahlend kommt Küster Robert Badde damit aus der Sakristei. Einen kleinen Staubpinsel hat er dort auch gefunden. Und zusammen mit dem Metallkoffer, in dem sonst ein Kreuz transportiert wird, hat Badde die Szene gerettet. Mit der Aschermittwochsasche und dem Pinsel sichert Polizist Stefan Golle jetzt Fingerabdrücke an der Vitrine, aus der die drei Diebe das Stiftskreuz gestohlen haben.

Dass der Polizist mit einschlägigen Filmerfahrungen – erst vorgestern nahm er für den Münster-Tatort einen Kriminellen fest – heute für seinen Auftritt in der Nikomedes­kirche den Spurensicherungskoffer nicht dabei hat, ist dank des Baddeschen Improvisationstalents kein Problem. Regisseurin Ann-Kristin Danzenbächer lässt die kleine Mogelei auch nur durchgehen, weil Golle nur kurz ins Bild kommt.

Stiftskreuz-Dreh in Borghorst

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Sonst legt die 39-jährige studierte Journalistin Wert auf größtmögliche Authentizität. Schließlich wird hier kein Krimi gedreht, auch wenn der Stoff dafür reichen würde, sondern eine Dokumentation über den Stiftskreuzdiebstahl. Die münsterische Produktionsfirma Hellwig Film hat sich des spannenden Themas im Auftrag des ZDF angenommen. Zu sehen ist die Sendung im Rahmen der Reihe „Terra Xpress“, voraussichtlich am 17. September.

Und weil alles so wie damals, am 29. Oktober 2013 sein soll, werden Robert und Maria Badde, Bestatter Thomas Leser und Pfarrer Heinrich Wernsmann immer wieder gefragt: „Erinnern Sie sich wirklich genau?“

Was über zwei Stunden in der Kirche dauert, wird im Fernsehen in 45 Sekunden am Zuschauer vorbeiflimmern. Die meisten Szenen, die Ann-Kathrin Danzenbächer minutiös auf ihrem Klemmbrett aufgelistet hat, müssen mehrfach abgefilmt werden. So sind Thomas Leser und Robert Badde ganz schön aus der Puste, nachdem sie zwei-, dreimal durch das Kirchenschiff hin zur leeren Stiftskreuzvitrine spurten mussten.

Monika Badde und Pastor Heinrich Wernsmann werden derweil schauspielerische Qualitäten abverlangt. „Das darf doch nicht wahr sein“, steht die Küsterin fassungslos vor dem leeren Glaskasten und schlägt die Hände vors Gesicht. Heinrich Wernsmann fragt: „Wie haben die das denn gemacht?“ Ann-Kristin Danzenbächer ist zufrieden: „Das haben Sie sehr gut gemacht.“

Das Borghorster Stiftskreuz ist wieder da

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  • Da strahlt der Bischof: Am Freitagmorgen präsentierte Felix Genn das Stiftskreuz.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Auf einem Tisch mit weißer Tischdecke platzierte Genn das Stiftskreuz.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Axel Roll
  • Am 17. Februar 2017 präsentiert Bischof Felix Genn im Bischofshaus in Münster das Borghorster Stiftskreuz, das gestohlen war und nun wieder aufgetaucht ist. Im Bild mit Generalvikar Norbert Kleyboldt, Pfarrer Heinrich Wernsmann und Anwalt Jürgen Römer.

    Foto: Gunnar A. Pier
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  • Am 17. Februar 2017 präsentiert Bischof Felix Genn im Bischofshaus in Münster das Borghorster Stiftskreuz, das gestohlen war und nun wieder aufgetaucht ist. Im Bild mit Generalvikar Norbert Kleyboldt, Pfarrer Heinrich Wernsmann und Anwalt Jürgen Römer.

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  • Pünktlich um 9.45 Uhr kam Bischof Genn am Freitagmorgen mit dem Stiftskreuz herein.

    Foto: Gunnar A. Pier
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  • Am 17. Februar 2017 präsentiert Bischof Felix Genn im Bischofshaus in Münster das Borghorster Stiftskreuz, das gestohlen war und nun wieder aufgetaucht ist. Im Bild mit Generalvikar Norbert Kleyboldt, Pfarrer Heinrich Wernsmann und Anwalt Jürgen Römer.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Am 17. Februar 2017 präsentiert Bischof Felix Genn im Bischofshaus in Münster das Borghorster Stiftskreuz, das gestohlen war und nun wieder aufgetaucht ist. Im Bild mit Generalvikar Norbert Kleyboldt, Pfarrer Heinrich Wernsmann und Anwalt Jürgen Römer.

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  • Am 17. Februar 2017 präsentiert Bischof Felix Genn im Bischofshaus in Münster das Borghorster Stiftskreuz, das gestohlen war und nun wieder aufgetaucht ist. Im Bild mit Pfarrer Heinrich Wernsmann und Anwalt Jürgen Römer.

    Foto: Gunnar A. Pier
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  • Am 17. Februar 2017 präsentiert Bischof Felix Genn im Bischofshaus in Münster das Borghorster Stiftskreuz, das gestohlen war und nun wieder aufgetaucht ist. Im Bild mit Generalvikar Norbert Kleyboldt, Pfarrer Heinrich Wernsmann und Anwalt Jürgen Römer.

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  • Am 17. Februar 2017 präsentiert Bischof Felix Genn im Bischofshaus in Münster das Borghorster Stiftskreuz, das gestohlen war und nun wieder aufgetaucht ist. Im Bild mit Pfarrer Heinrich Wernsmann.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Auf einem Tisch mit weißer Tischdecke platzierte Genn das Stiftskreuz.

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  • Am 17. Februar 2017 präsentiert Bischof Felix Genn im Bischofshaus in Münster das Borghorster Stiftskreuz, das gestohlen war und nun wieder aufgetaucht ist. Im Bild mit Generalvikar Norbert Kleyboldt und Pfarrer Heinrich Wernsmann.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Am 17. Februar 2017 präsentiert Bischof Felix Genn im Bischofshaus in Münster das Borghorster Stiftskreuz, das gestohlen war und nun wieder aufgetaucht ist. Im Bild mit Generalvikar Norbert Kleyboldt, Pfarrer Heinrich Wernsmann und Anwalt Jürgen Römer.

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  • Am 17. Februar 2017 präsentiert Bischof Felix Genn im Bischofshaus in Münster das Borghorster Stiftskreuz, das gestohlen war und nun wieder aufgetaucht ist. Im Bild mit Generalvikar Norbert Kleyboldt, Pfarrer Heinrich Wernsmann und Anwalt Jürgen Römer.

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  • Am 17. Februar 2017 präsentiert Bischof Felix Genn im Bischofshaus in Münster das Borghorster Stiftskreuz, das gestohlen war und nun wieder aufgetaucht ist. Im Bild mit Generalvikar Norbert Kleyboldt und Pfarrer Heinrich Wernsmann.

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  • Am 17. Februar 2017 präsentiert Bischof Felix Genn im Bischofshaus in Münster das Borghorster Stiftskreuz, das gestohlen war und nun wieder aufgetaucht ist. Im Bild mit Generalvikar Norbert Kleyboldt, Pfarrer Heinrich Wernsmann und Anwalt Jürgen Römer.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Am 17. Februar 2017 präsentiert Bischof Felix Genn im Bischofshaus in Münster das Borghorster Stiftskreuz, das gestohlen war und nun wieder aufgetaucht ist. Im Bild mit Generalvikar Norbert Kleyboldt und Pfarrer Heinrich Wernsmann.

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  • Am 17. Februar 2017 präsentiert Bischof Felix Genn im Bischofshaus in Münster das Borghorster Stiftskreuz, das gestohlen war und nun wieder aufgetaucht ist. Im Bild mit Generalvikar Norbert Kleyboldt, Pfarrer Heinrich Wernsmann und Anwalt Jürgen Römer.

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Die Journalistin und ihre Kollegen in Münster sind durch die Berichterstattung in dieser Zeitung auf die Stiftskreuz-Thematik aufmerksam geworden. „Ein krimireifer Stoff von überregionaler Bedeutung“, urteilt die Regisseurin. So waren die Verantwortlichen des ZDF in Mainz schnell überzeugt. Drei ganze Drehtage müssen für die Dokumentation reichen. Vom Diebstahl bis zum letzten Prozess wird dem Zuschauer die dramatische Geschichte des Stiftskreuzes erzählt. „Ohne Drehbuch“, wie Ann-Kristin Danzenbächer betont. „Wir wollen die Geschichte so authentisch wie möglich erzählen.“

Vor dem Kirchenportal warten Tim Elfert und seine drei Freunde. Die Vier sollen die Stiftskreuz-Diebe spielen. Baseballkappen, dunkle Sonnenbrillen, unauffällige Baumwolljacken, Jeans – das ist ihre Kostümierung. Tim soll den Fluchtwagen, einen schwarzen Mercedes-Kombi mit Bremer Kennzeichen, fahren. Wie er an den Statisten-Job kam? Er lacht. „Ich hab nen Führerschein und ich hatte Zeit.“ Neben der Flucht aus der Kirche, mit dem Kirchenschatz unter der Jacke, müssen sich Tim und Co. auch noch von Stefan Golle und Kollege Marius Klein fachgerecht verhaften lassen.

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Drehtag drei startet am frühen Morgen in der Wohnung der Baddes. So begann die Geschichte: Robert Badde sitzt mittags am Esstisch, blättert in einem alten Buch und schreckt plötzlich hoch: „Die Totenglocken läuten. Der Alarm.“ Der reale Krimi nimmt Fahrt auf. . .

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