Ausstellung von Theodor Steinkühler im Heinrich-Neuy-Museum
Jugendliche Experimentierfreudigkeit

Borghorst -

Öl, Kreide, Tusche, Holzschnitt. Die Experimentierfreudigkeit eines jungen Talents ist offensichtlich. Auf einen eigenen Stil konnte sich Theodor Steinkühler nicht mehr festlegen. Zwei Jahre nach Ende des Ersten Weltkriegs starb der Bielefelder an den Folgen eines Absturzes seines Jagdflugzeugs. Da war Steinkühler gerade 26 Jahre alt. 50 Werke des Bauhaus-Studenten sind derzeit im Heinrich-Neuy-Museum zu sehen. Auch für Neuy-Tochter und profunde Bauhaus-Kennerin Hedwig Seegers eine spannende Bilderschau: „Theodor Steinkühler war mir so noch nicht bekannt.“

Mittwoch, 05.07.2017, 15:07 Uhr

Der Mädchen-Akt hat es Hedwig Seegers ganz besonders angetan. Er zeigt deutlich, welch großes Talent Theodor Steinkühler hatte.
Der Mädchen-Akt hat es Hedwig Seegers ganz besonders angetan. Er zeigt deutlich, welch großes Talent Theodor Steinkühler hatte. Foto: Axel Roll

Durch Kontakte von Kuratorin Dr. Dagmar Kronenberger-Hüffer mit dem Peter-August-Böckstiegel-Haus in Werther und die Bielefelder Kunsthalle kam die Sammlung, ein Großteil der Bilder befindet sich noch in Familienbesitz, nach Borghorst. Sie wird dort bis September bleiben.

Der große Mädchen-Akt gleich im ersten Ausstellungsraum hat es Hedwig Seegers besonders angetan. „Zur damaligen Zeit war das nicht ganz ohne, so etwas zu malen“, betont die Treuhänderin der Heinrich-Neuy-Stiftung. Das Kohle-Bild zeugt eindrucksvoll von dem großen Können des Malers.

Theodor Steinkühler war nur drei Semester am Bauhaus in Weimar. 1920 musste er wegen der Gesundheit zurück nach Bielefeld, wo er ein Jahr später starb. Wie damals üblich, hatte ihn sein Vater erst zu einer handwerklichen Ausbildung, die Steinkühler bei einem Maler absolvierte, gedrängt. Es folgte die Bielefelder Kunsthandwerkerschule. 1919 dann der Wechsel nach Weimar, wo bald aus der Großherzoglich-Sächsischen Kunstschule das Bauhaus wurde.

Hedwig Seegers ist bei der Zusammenstellung der Werkschau sofort aufgefallen, dass Theodor Steinkühler auch relativ viele christliche Motive wie zum Beispiel den handauflegenden Jesus gemalt hat. „Das ist für das Bauhaus eher unüblich“, so die Neuy-Tochter.

Sie ist sich sicher, mit der Wiederentdeckung des jungen Bauhausschülers wieder einen echten Hit am Borghorster Kirchplatz präsentieren zu können. Aber genauso sicher weiß Hedwig Seegers, dass schon bald wieder eine echte Heinrich-Neuy-Ausstellung in dem alten Stiftsgebäude stattfinden wird: „Es passiert immer wieder, dass Besucher ganz enttäuscht sind, wenn sie nur eine begrenzte Anzahl von Bildern meines Vaters ausgestellt sehen.“ Der eine Raum, der dem Schaffen des bekannten Borghorsters vorbehalten ist, reiche da einfach nicht aus. Die Themen, ist Hedwig Seegers optimistisch, werden so schnell nicht ausgehen. „Dafür war mein Vater einfach zu vielseitig.“

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