Richtfunknetz in der Bauerschaft
Hollich öffnet das Tor zur Welt

Burgsteinfurt -

Die traurige Realität: Das Herunterladen eines Films aus dem Internet ist für viele Hollicher Science Fiction. Sie wären schon froh, wenn wenigstens das Homebanking am heimischen PC klappen würde. Die Bauerschaftsbewohner, die an einem besonders lahmen Stummel des weltweiten Netzes hängen, können nicht einmal das. Und wenn dann noch das Handy nur im Garten oder auf dem Dachboden funktioniert, ist die Assoziation zum Tal der Ahnungslosen perfekt. Das soll sich nun ändern.

Freitag, 14.07.2017, 05:07 Uhr

In 30 Metern Höhe wurde am Donnerstag die erste Richtfunkantenne für das Hollicher Breitbandnetz an einer Windkraftanlage angebracht.
In 30 Metern Höhe wurde am Donnerstag die erste Richtfunkantenne für das Hollicher Breitbandnetz an einer Windkraftanlage angebracht. Foto: Axel Roll

Die Zukunft beginnt für die Hollicher Landbevölkerung am 1. August. Dann soll ihr selbst gesponnenes Highspeed-Netz funktionieren. An die 100 Höfe sind bei der von der Breitbandinitiative Hollich angestoßenen Selbstversorgung dabei. Am Donnerstagmittag startete die Installation der Antennen in dem Gebiet mit einer spektakulären Aktion: In 30 Metern Höhe wurde eine Richtfunkantenne an einer Windkraftanlage installiert. In den nächsten Tagen und Wochen werden die beteiligten Hofstellen an das Netz angeschlossen.

Die Hollicher haben sich als Partner die Firma Wifisax aus Markkleeberg in Sachsen an die Seite genommen. Das Unternehmen wird in der Bauerschaft ein Richtfunknetz errichten. Das heißt, das Internet kommt nicht via Kabel, sondern über Richtfunk ins Haus. „Das ist nicht nur schneller umzusetzen, sondern auch preisgünstiger“, sagt Andreas Wermeling von der Breitbandinitiative. Die Geschwindigkeiten, die Wifisax dabei garantiert, liegen im Glasfaserbereich. Das bedeutet eine Downloadgeschwindigkeit von bis zu 50 Megabit pro Sekunde. Dafür zapfen die Hollicher die große Glasfaserleitung an, die zur Biogasanlage an der Kreisstraße 82 liegt. 14 Höfe dienen als Verteilerpunkte, von denen sich die übrigen Haushalte die Signale holen.

Wenn jetzt alles klappt, haben sich die Hollicher das Tor zur (Internet)-Welt selbst aufgestoßen.

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