Tabakfabrik Rotmann
Gediegenes Wohnen im Industrie-Denkmal

Burgsteinfurt -

Gut Ding will Weile haben: Nach umfangreichen Abstimmungsgesprächen mit der Denkmalbehörde haben Max und Christoph Schulte als neue Eigentümer der Tabakfabrik Rotmann jetzt ihre Umbaupläne für den ortsbildprägenden Industriekomplex an der Ochtruper Straße vorgestellt. Neben gehobenen Eigentumswohnungen sollen Schulungsräume für eine Bildungseinrichtung sowie eine Gastronomie entstehen.

Mittwoch, 02.08.2017, 18:08 Uhr

Haben mit der Rotmann-Immobilie Großes vor: Die Investoren Christoph (r.) und Max Schulte aus Münster präsentierten am Mittwoch ihre Sanierungspläne. In der ehemaligen Maschinenhalle soll Gastronomie einziehen (kl. Bild).
Haben mit der Rotmann-Immobilie Großes vor: Die Investoren Christoph (r.) und Max Schulte aus Münster präsentierten am Mittwoch ihre Sanierungspläne. In der ehemaligen Maschinenhalle soll Gastronomie einziehen (kl. Bild). Foto: rs

Loftwohnungen, ein verglaster Aufzug, gehobene Gastronomie in der alten Maschinenhalle – die Pläne von Christoph Schulte und Sohn Max sind ambitioniert: Die alte Tabakfabrik Rotmann soll zu einem Schmuckstück an der Ochtruper Straße werden. Im Frühjahr 2016 haben die beiden Steuerberater aus Münster den ortsbildprägenden Backstein-Industriebau, der im Ursprung aus dem Jahr 1868 stammt, von Vorbesitzerin Elisabeth Rummeling gekauft, jetzt ist das Renovierungskonzept soweit gereift, dass Vater und Sohn mit ihren Ideen an die Öffentlichkeit gehen. Dass das Duo damit so lange zögerte, hat seinen guten Grund: Der gesamte Komplex steht unter Denkmalschutz. Es galt, zahlreiche Abstimmungsgespräche mit der Denkmalbehörde zu führen. Deren Ergebnisse wurden zusammen mit dem beauftragten Architekturbüro in das Konzept eingepflegt. „Es war eine sehr konstruktive Zusammenarbeit“, gibt Christoph Schulte den Tenor der Gespräche mit der Stadt wieder.

Das nun vorliegende Nutzungskonzept sieht die Renovierung der Altbauten der Rotmann-Fabrik mit dem Ziel der Schaffung hochwertiger Eigentumswohnungen vor. Im hinteren Bereich zum Baugebiet Spinnerei Rolinck hin sollen zudem zwei dreigeschossige Neubauten entstehen, die ebenfalls der Wohnnutzung dienen. Der gesamte Bereich des Lagerplatzes wird mit einer Tiefgarage „unterkellert“, die neben 60 Stellplätzen auch Raum für ein Blockheizkraftwerk mit zugehöriger Infrastruktur bieten soll. „Wir wollen so gewährleisten, dass die Energiekosten für die Wohnungen gering gehalten werden“, betont Max Schulte.

Rund 25 Wohnungen in einer Größenordnung zwischen 60 und 100 Quadratmetern werden laut Planung in den beiden Neubauten entstehen. Wie viele es noch zusätzlich in dem Altbaukomplex werden, können die beiden Steuerberater aus Münster, die für das Projekt eine eigene GmbH gegründet haben, noch nicht genau sagen. Klar aber ist: Das Wohnen in den alten Industriebauten wird ein besonderes, wenn nicht einzigartiges Flair haben. Teils bis zu acht Meter hohe Decken, Galeriebereiche, freiliegende Stahlträger, Dachterrassen und zusätzliche Balkone, ja sogar ein verglastes Scheddach, das tolle Ausblicke ermöglichen soll – all das sind Merkmale, die die Nachfrage schon jetzt anheizen.

Dass die Preise ebenfalls gediegen sein werden, ist kein Geheimnis. Durch Abschreibungsmöglichkeiten könne der Mehraufwand jedoch zu einem Gutteil wieder kompensiert werden, stellen die beiden Investoren den künftigen Eigentümern in Aussicht.

Was passiert mit den derzeitigen Nutzern? Vater und Sohn Schulte haben Lösungen parat: Das bislang im Westflügel untergebrachte Bildungsinstitut Münster soll nach erfolgter Renovierung in das Frontgebäude der Ochtruper Straße umziehen. Den Künstlern, die teils mehr als 20 Jahre in der alten Tabakfabrik arbeiten, wollen beide neue Räumlichkeiten auf der Ebene der früheren Moschee anbieten. Mit der im Obergeschoss des Ostflügels untergebrachten Taekwondo-Schule sei man noch in Gesprächen.

Apropos Ostflügel: Auch dort wird künftig die Wohnfunktion vorherrschen. Besonderes haben die Schultes mit der früheren Maschinenhalle mit dem einzigartigen Dachgebälk vor: „Wir stellen uns dort auf rund 500 Quadratmetern Fläche gehobene Gastronomie vor, vielleicht einen Italiener“, berichtet Max Schulte. Eine gastronomische Teilnutzung des Innenhofes sei möglich. Dieser wird künftig komplett autofrei sein, da der Verkehr über die Zufahrt des „Action“-Markts geführt wird.

Der weitere Zeitplan sieht vor, bis Dezember die Bauanträge einzureichen. Wenn alles nach den Vorstellungen der beiden Investoren läuft, könnte es nach der Genehmigung im Frühjahr kommenden Jahres mit den Sanierungsarbeiten losgehen. Diese werden voraussichtlich zwei Jahre dauern, was zeigt, wie aufwendig die Planung ist. Dann wird die Außenfassade in neuem Glanz erstrahlen und im Inneren eine neue, gehobene Nutzung einkehren.

Wer schon immer vom Wohnen im Industriebau geträumt hat, sollte mit der Bekundung des Interesses nicht allzu lange warten. Die Nachfrage sei jetzt schon da, sagen die Schultes, die auch einen ganz konkreten Bezug zur Immobilie Rotmann haben: Die Großmutter bzw. Mutter arbeitete dort lange Jahre. Kontakt: info@TfR-gmbh.de.

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